Wenn Prothesen das Denken lernen – Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 initiiert OWL-Netzwerk zur Sensorik in der modernen Prothetik

In der Orthopädietechnik ist das passgenaue Anfertigen von Prothesen Alltag. Dank intensiver Forschung könnten Prothesen Made in OWL schon bald das Denken lernen. Sensoren in den Prothesen sollen in Echtzeit Daten liefern und die Hilfsmittel revolutionieren.

Das ZIG – Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL mit Sitz in Bielefeld übernimmt beim Thema Innovative Lösungen für die Gesundheit eine Vorreiterrolle und hat jetzt im Rahmen der Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 ein Netzwerk geknüpft. Beteiligt sind das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe mit Sitz in Lemgo, das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) Bad Lippspringe sowie Orthopädietechniker aus OWL.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung in der Teutoburger-Wald-Klinik in Bad Lippspringe freute sich der Chefarzt Dr. Alexander Strassburg darüber, dass „innerhalb des Projektes die vorhandenen Kompetenzen bestens vernetzt werden.“ „Wir müssen die Reha neu erfinden und Innovationen vorantreiben!“, fordert Michael Ennenbach, Kfm. Direktor des MZG. ZIG-Geschäftsführer Uwe Borchers machte deutlich, dass „die Digitalisierung in der Rehabilitation Fuß fasst und die Lebensqualität der Betroffenen enorm verbessert.“ Prof. Dr.-Ing. Volker Lohweg, Leiter des inIT, freut sich auf „spannende Forschungsprojekte im Bereich Sensorik und Prothetik“.

Das Kompetenznetzwerk innovative Orthopädietechnik beim Workshop der Projektwerkstatt Gesundheit 4.0

Bereits im März dieses Jahres warb die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 in ihrer Veranstaltung „Digitale Orthopädietechnik“ für einen Verbund aus Medizin, Orthopädietechnikern und Forschung, zur Entwicklung innovativer Projektideen für die Orthopädie. Neben der integrierten Sensorik im Schaft durch den 3D-Druck diskutierten die Partner jetzt über verschiedene Chancen und Risiken der Datenerfassung künstlicher Gelenke. Ein objektives Messsystem für Schäfte fehlt derzeit vollständig. Besonders Begleiterkrankungen könnten damit aber reduziert und Anpassungen digital beschleunigt werden. „Optimal wäre die Entwicklung eines Druckmessverfahrens, reaktiver Verfahren, einer Ganganalyse und der Auswertung entsprechender Daten“, so Dr. Strassburg.