„Tab in Time“: Roboter unterstützt Tabletteneinnahme

Detmolderin Gabriele Bunse und Udo Voßheinrich von POS Tuning haben einen Roboter entwickelt, der Patienten bei der rechtzeitigen Tabletteneinnahme unterstützt. Die Gesamtentwicklung hat drei Jahre gebraucht, jetzt wird das Gerät getestet.
„Tab in Time“ heißt das Gerät und ist ungefähr so groß wie ein Schuhkarton.
Die beiden Entwickeler haben für das Gerät die Firma AKVIGO gegründet, deren Namen die Abkürzung von Akustische und visuelle Gesundheitsoptimierung ist.
Ein Hilfe zur Selbstbestimmung zu bieten ist ein Ziel dieses Produktes. Gleichzeitig soll die Maschine den Menschen dabei helfen, eine eigene Gesundheitskompetenz zu entwickeln oder zurück zu erlangen. Und sie soll Pflegedienste beziehungsweise Angehörige und Solidarkassen entlasten.
Für Voßhenrich ist das eine gute Weiterentwicklung des 4.0-Gedankens (Internet der Dinge) und der ostwestfälisch-lippischen Wirtschatsinitiative „It’s OWL“. „Es zeigt die technische Kompetenz der Region“.

Einmal ausprobieren: Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (links) und Uwe Borchers (rechts), der Geschäftsführer des Zentrums für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL, lassen sich von Udo Voßheinrich und Gabriele Bunse erklären, wie die automatische Medikamentengabe funktioniert. Bei Grün ist es Zeit, die Medikamente zu nehmen. Foto: Astrid

So funktioniert „Tab in Time“
Herzstück von „Tab in Time“ ist eine Technik, die in zwei Reihen fünf Becher für Tabeletten und fünf für jeweils 0,2 Liter Wasser bereithält. Ein Pflegedienst befüllt aus einem neu entwickelten Medikamententräger alle fünf Becher mit Tabletten und programmiert den Computer. Zu den festgelegten Zeiten ertönt eine Musik oder eine Ansage, zudem leuchtet 15 Minuten vor der Einnahmezeit ein grüner Smiley auf dem Bildschirm. Werden Tablette- und Wasserbecher entnommen, rutscht das nächste Pärchen vor, der Smiley wird rot, die Anlage veriegelt sich wieder. Bleiben die Becher im Gerät, wird der Patient binnen 15 Minuten zweimal erinnert. Danach wird eine SMS an den Pflegedienst oder Verwandete ausgelöst.

So geht es weiter
Die Firma AKVIGO will „Tab in Time“ auf den Markt bringen. Derzeit wird an der Zertifizierung des Roboters gearbeitet. Dazu gehören Studien, die laut Gabriele Bunse mit geriatrischen Kliniken in der Regionen gemacht werden sollen. Am 10. September gibt es einen Termin im Gesundheitsministerium. Dort werden „Tab in Time“ und auch die Tablettenlogistik vorgestellt. Regierungspräsidentin Marianne Thomas-Stahl zeigte großes Interesse an der Entwicklung, ihre Behörde, die Bezirksregierung, soll prüfen, welche Genehmigungen für die einzigartige Neuentwicklung notwendig sind.

Presseartikel der Neuen Westfälischen: Tab in time Tabletteneinnahme Pflege Voßhenrich 2018-05–05-07-24