Vernetzte Versorgung

Die Regionalentwicklung in Ostwestfalen-Lippe im Bereich der Gesundheitswirtschaft setzt auf Wandel durch Vernetzung und Clusterentwicklung. Die Schwerpunkte reichen von medizinischen Spitzenleistungen über bio- und gentechnische Forschung, innovative Versorgungskonzepte, traditionelle Kur- und Heilverfahren, alternative Therapien und ganzheitliche Gesundheitsangeboten bis hin zur Förderung von Kooperationen zwischen den Gesundheitsversorgern und ihren Zulieferern aus Industrie und Nachbarbranchen. Das Handlungsfeld Telemedizin ist Querschnittsthema für laufende und zukünftige Projekte.

Für die Entwicklung regionaler Versorgungsmodelle wurden vier Gestaltungsfelder fokussiert:

  • 1. Projektentwicklung und Begleitung der Modellregion Telemedizin OWL
  • 2. Technikunterstützung für den Gesundheitsstandort zu Hause
  • 3. Telemedizin für Krankenhäuser als Gestalter der regionalen Versorgung
  • 4. Rehabilitation der Zukunft mit telemedizinischer Unterstützung

Zu 1.) Die Region Ostwestfalen-Lippe empfiehlt sich als Modellregion Telemedizin in NRW. In OWL wird die Integration der Telemedizin in die Versorgungsprozesse erprobt. Kernthemen sind die Bereiche Notfallversorgung und hausärztliche Versorgung, da in diesen Bereichen ein großes Potenzial an Prozessoptimierung besteht und die Telemedizin optimale Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung und Qualitätssicherung in der patientenorientierten Versorgung bietet. Unterstützung erhalten die regionalen Akteure u. a. durch das ZTG – Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen, Krefeld.

Zu 2.) Immer mehr Menschen wünschen sich, auch im Alter möglichst lange zu Hause leben zu können. Dieser Trend wird durch den demografischen Wandel verstärkt und führt sowohl zu steigenden Anforderungen für technische Unterstützungssysteme und Pflege. Es ist eine der vordringlichsten Aufgaben aller Beteiligten in der Gesundheitswirtschaft, sich auf diese veränderten Bedarfe und Bedürfnisse einzustellen. Gefragt ist die Entwicklung innovativer Produkte, Versorgungskonzepte und Dienstleistungen, die Älteren die Lebensqualität in ihrem gewohnten Umfeld sichern und sie – so weit es geht – von fremder Hilfe unabhängig machen. Initiativen wie das Bielefelder Modell (Wohnen im Quartier) oder der Förderverein Lebensgerechtes Wohnen haben bereits erfolgreich neue Wege der technischen Unterstützung des Lebens im Alter zu Hause erprobt. Zukünftig sollen Strategien der Gesundheitsversorgung „zu Hause“ weiter vorangetrieben werden durch Produkte, Versorgungskonzepte und Dienstleistungen, die die Gesundheiterhaltung, Sicherheit und Versorgung im eigenen Haushalt und im sozialen Umfeld fördern und verbessern.

Zu 3.) Die Region Ostwestfalen-Lippe ist ein ländlich geprägter Raum mit städtischen Oberzentren. Krankenhäusern dürfen zukünftig stärker als bislang sektorübergreifende Versorgungsstrukturen gestalten. Erarbeitet werden Modelle der regionalen Kooperation von Krankenhäusern, Ärztenetzen und Pflegediensten. Entscheidend ist die Entwicklung neuer Gesellschaftsformen und Managementmodelle, die in der Lage sind, traditionelle Sektorgrenzen zu überwinden und eine bessere Versorgung – im Sinne des Prinzips „Versorgung aus einer Hand“ – gewährleisten. Beispiele dafür sind eine spezialisierten Altersmedizin oder telemedizinische Angebote für herzerkrankte und hirngeschädigte Patienten in den auf kardiologische und neurologische Erkrankungen spezialisierten Spitzenmedizinzentren der Region. Die Projektentwicklung setzt darauf, dass es den beteiligten Krankenhäusern, Ärztenetzen und Pflegediensten der Region OWL gelingt, ihre Leistungen in einer Innovationsallianz zu verbinden, modellhaft und beispielgebend für die Umsetzung in ähnlich strukturierten Regionen bundesweit.

Zu 4.) Ostwestfalen-Lippe verfügt über eine große Kompetenz in der Rehabilitation. Allein die Hälfte aller Kurorte und heilbäder Nordrhein-Westfalens befinden sich in dieser Region. Die vorhandenen Reha-Angebote sollen in ihrer Qualität deutlich verbessert und in Teilen durch innovative Formen ergänzt oder sogar ersetzt werden. Besondere Relevanz hat die qualitätsorientierte Zusammenarbeit der Rehabilitationsmedizin mit der Akutmedizin sowie eine verbesserte wohnortnahe (ambulante) Nachsorge und Betreuung. Ein Schwerpunkt ist der strukturelle Auf- und Ausbau telemedizinischer Nachsorgeverfahren unter dem Stichwort „Individualisierung“ und „Flexibilisierung“. Telemedizinsysteme bieten Diversifizierungsoptionen für Anbieter und eröffnen diesen u. U. die Chance, Patienten eine langfristige Betreuung anzubieten und sie damit als Kunden zu binden.

 

Kontakt:
Uwe Borchers
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Dr. Olaf Iseringhausen
Tel.: 0521 . 329860 – 15
iseringhausen [at] zig-owl.de