Altersgerechte Assistenz- und Kommunikationssysteme

Altersgerechte Assistenz- und Kommunikationssysteme Der demografische Wandel stellt für das Gesundheitswesen eine enorme Herausforderung dar: Die Anzahl älterer Menschen steigt, ebenso die Zahl chronisch Kranker und pflegebedürftiger Menschen. Darüber hinaus bestehen grundsätzliche Defizite, die dringend aufgearbeitet werden müssen – die jedoch in der öffentlichen Meinungsbildungoftmals „untergehen“, da der Fokus des Interesses in der Regel auf die finanziellen Auswirkungen im Gesundheitswesen gelegt wird. So sind es beispielsweise meist Angehörige, die für ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder sorgen – sie müssen häufig 24 Stunden in Bereitschaft sein und werden damit weit über die Grenzen ihrer Belastung hinaus beansprucht. Aber: Gerade für diese Menschen mangelt es derzeit anentsprechenden Hilfsangeboten und institutioneller Unterstützung. Darüber hinaus besteht in diesen Pflegesituationen ein oftmals ungedeckter Bedarf an einer Vielzahl krankheits- und pflegebedingter Informationen, der sich besonders in Krisensituationen zeigt, sowie an Wissen über Leistungen aus den verschiedenen sozialen Sicherungssystemen und über verfügbare Dienstleistungsangebote. Damit steigt die Gefahr der sozialen Isolation pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen.

Zur Überwindung der beschriebenen Problemlagen wird für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen in Ostwestfalen-Lippe ein innovatives System entwickelt: Eine technische Plattform als Assistenz- und Kommunikationssystem zur Verbesserung der häuslichen Pflege und optimalen Versorgung älterer Menschen durch Angehörige, Pflegedienste und Ärzte. Sie wird es auf der einen Seite älteren

Menschen erlauben, so lange wie möglich in der häuslichen Umgebung zu verbleiben. Auf der anderen Seitekann durch den Einsatz des neuen Systems die Lebensqualität für die pflegenden Angehörigen erhöht werden.

Das Assistenz- und Kommunikationssystem zur Verbesserung der häuslichen Pflegesituation wird modular aufgebaut. Die bestehenden Hard- und Softwarekomponenten sind so strukturiert, dass eine benutzerfreundliche Handhabung, angepasst an die Zielgruppe der Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen, gewährleistet wird. Die entwickelten Module beinhalten folgende Aspekte:

  • Information
    Informationen zur Versorgung bei chronischer Krankheit und Pflegebedürftigkeit (Sozialleistungen, Ratgeber,Hilfestellungen im Alltag)
  • Kommunikation
    Kommunikation zwischen den Pflegebedürftigen, Angehörigen, Ärzten, Pflege, Dienstleistern
  • Datenaustausch
    Übermittlung von Vitalparameter, Schmerzskalen, Wundverläufe etc. zwischen den Pflegebedürftigen und den jeweiligen Gesundheitsprofessionellen

 Projektpartner:

  • Deutsches Rotes Kreuz
  • cargo support GmbH
  • ZIG – Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL

Kontakt:

Dr. Olaf Iseringhausen
ZIG-Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft
Tel.: 0521 . 329860-15
iseringhausen [at] zig-owl.de

gefördert durch:

Gesundheitscampus

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW