Patienten werden digital angemeldet

Bürgerstiftung Gütersloh unterstützt Rettungsdienst mit 36.000 Euro

Jede Minute zählt, wenn ein Notfallpatient vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht wird. Der Rettungsdienst im Kreis Gütersloh wird zukünftig wichtige Patientendaten digital in die Kliniken übermitteln, noch bevor der Patient dort eintrifft. Die Bürgerstiftung Gütersloh unterstützt mit 36.000 Euro die Einrichtung dieser „Digitalen Patientenvoranmeldung“. Am Projekt beteiligt sind der Rettungsdienst im Kreis Gütersloh, das Sankt Elisabeth Hospital und das Klinikum Gütersloh. „Wir möchten einen Beitrag leisten zur regionalen Gesundheitsversorgung und insbesondere zur verbesserten Behandlung von Notfallpatienten“, sagt Katrin Meyer, im Vorstand der Bürgerstiftung zuständig für die Projektarbeit. „Und die Summe von 36.000 Euro, die wir dafür bereit stellen, haben alle Gütersloher möglich gemacht, die zu unserem Bürgerbrunch gekommen sind“, ergänzt Sprecherin Brigitte Büscher. Das große Picknick am 1. Juli mitten in Gütersloh habe einen Erlös von 13.547 Euro erbracht, der Rest stamme aus dem Wixforth-Fonds Gesundheitswesen.

„Stellen Sie sich eine Situation wie diese vor: Ein Mann wird nach einem Verkehrsunfall mit einem Polytrauma, also einer lebensbedrohlichen Mehrfachverletzung, vom Rettungsdienst versorgt“, sagt Bernd Strickmann, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Gütersloh. „In kurzer Zeit müssen die wichtigsten Daten ins Krankenhaus durchgegeben werden. Bisher lief diese Kommunikation über die Leitstelle: Man hat telefoniert und handschriftliche, vielleicht schlecht leserliche Notizen gemacht. Da können Informationen verloren gehen – wie bei der stillen Post.“ Ab September werden nun alle Rettungsfahrzeuge im Kreis Gütersloh mit digitalen Eingabegeräten ausgestattet, so dass die Daten ohne Umweg und präzise direkt an die Kliniken geschickt werden können.

Stefan Janus, Notfallsanitäter beim Kreis Gütersloh, ist der Administrator der neuen digitalen Datenerfassung beim Rettungsdienst. Er wird nach und nach alle Beteiligten für das System schulen und alle Fahrzeuge damit ausstatten. „Das Pad ist schlau und wird helfen, präziser und schneller zu arbeiten.“ Das System könne auch Hinweise auf vorgeschriebene Behandlungspfade geben.

„Wir können auch Fotos vom Unfallort oder von einer Verletzung senden, die den Kollegen im Krankenhaus wertvolle Informationen übermitteln.“ Die enge Kommunikation zwischen Rettungsdienst und Klinik ermöglicht die frühzeitige Einschätzung des Krankheitsbildes. Ärzte- und Pflegerteams können zusammengestellt werden, die Verfügbarkeit von zum Beispiel Schockräumen oder Computertomographen können überprüft und sichergestellt werden.

Die Geschäftsführer Maud Beste (Klinikum Gütersloh) und Dr. Stephan Pantenburg (Sankt-Elisabeth-Hospital), sind sich einig: „Die Digitalisierung hilft uns, viele Akteure im Gesundheitswesen zu vernetzen. Das sorgt für mehr Sicherheit für unsere Patienten und für eine Optimierung von Abläufen, Mitarbeitern und Ressourcen.“ Beide Krankenhäuser haben sich verpflichtet, die Kosten für Wartung und Weiterentwicklung des Systems zu übernehmen. Dieses ist für beide ein Schritt in die digitale Zukunft und wird mittelfristig ein Baustein der digitalen Patientenakte sind.

Quelle: Westfalen-Blatt, 13.09.2018