Leitmarktwettbewerb: Investitionen in Wachstum und Beschäftigung

Gesucht sind die besten Ideen für innovative Dienstleistungen und Projekte: Wie können die Entwicklung innovativer Dienstleistungen und digitaler Prozesse in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vorangetrieben werden? Welche Fördermöglichkeiten bietet der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und welche Kriterien sind für das Auswahlverfahren zu erfüllen? Im Zuge des zweiten Aufrufs zum Leitmarktwettbewerb Gesundheit.NRW informierten sich Unternehmen und Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft am 14. November 2017 beim Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL (ZIG) über die Rahmenbedingungen des Wettbewerbs.

Zuvor präsentierte Dr. Stefan Kettelhoit von der Hermann Bock GmbH das SMART Care Control: Das Innovationsprodukt verknüpft ein sensorgestütztes Bewohnermonitoring mit drahtlosen Benachrichtigungsfunktionen und spezifisch programmierbaren Funktionen an den Pflegebetten. Ausgezeichnet mit dem OWL-Innovationspreis Marktvisionen 2017 bietet das Bett neue Möglichkeiten, die Pflegesituation einzelner Patienten bedarfsgerechter zu gestalten: „Es gibt neue technische Möglichkeiten und ein innovatives und komplexes Sensorik- und Monitoring-Programm“, so Kettelhoit. Als Unternehmer sieht er auch einen Nutzen beim Einsatz von Fördermitteln zur Realisierung größerer Projekte.

Weitere digitale Innovationen aus OWK stellte Prof. Dr. Volker Lohweg, Institutsdirektor des Instituts für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, vor. Das inIT fördert neue medizinische Erkenntnisse durch Datenanalysen und mobile Geräte, unter anderem entwickelt das inIT Diagnostiklösungen, mit deren Hilfe auf Basis einer Smartphone Applikation neurodegenerative Erkrankungen frühzeitig erkannt werden können. Dabei geht es zum Beispiel um Morbus Parkinson oder Osteoporose. Zum Start des Wintersemesters 2017/2018 erfolgte in der Hochschule OWL auch die Aufnahme des neuen Studiengangs Medizin- und Gesundheitstechnologie. „Dieser ist mit 97 Studierenden als voller Erfolg anzusehen“, so Lohweg. Zudem arbeiten das Institut für industrielle Informationstechnik und das Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL gemeinsam mit Forschungspartnern der Fachhochschule Bielefeld an der Projektwerkstatt Gesundheitswirtschaft 4.0, die ebenfalls über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird.

Im Anschluss präsentierten Cornelia Schlebusch und Dr. Michael Massow von der LeitmarktAgentur.NRW die aktuelle Förderrichtlinie. „Neben dem stationären Sektor sind auch Innovationen in der Notfallversorgung, Telematik/Telemedizin, Pflegeplanung und Integration von Medizintechnik in Krankenhausinformationssysteme passende Themenschwerpunkte für Projektanträge“, so Schlebusch. Für die aktuelle Bekanntmachung stehen 22,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Einreichungsfrist für Anträge gilt bis zum 05. Februar 2018.

Von links nach rechts: Florian Kreker (Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL), Prof. Dr.-Ing. Volker Lohweg (Hochschule OWL), Cornelia Schlebusch (LeitmarktAgentur.NRW), Dr. Michael Massow (Leitmarktagentur.NRW) und Robert Schwanitz (Landeszentrum für Gesundheit NRW)