Hausärztemangel im Kreis Herford wird sich verschärfen

Im Jahr 2030 wird es im Kreis Herford 70.000 Menschen geben, die älter als 65 Jahre sind. Der Bedarf an medizinischer Versorgung steigt, die Hausärzte werden dagegen immer weniger. Bis zu 50 könnten in den kommenden fünf bis zehn Jahren altersbedingt ausscheiden: Das verdeutlicht die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Angela Lück zum Hausärztemangel. »Das Problem wird sich in Zukunft noch verschärfen, da viele Ärzte im Rentenalter sind und keine Nachfolger finden«, befürchten Lück und Dahm.


Im Herbst 2017 waren nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums bereits 574 Hausarztsitze in NRW komplett unbesetzt. Foto: dpa

Zur Frage, wie viele Hausarztsitze voraussichtlich in den kommenden Jahren im Kreis Herford unbesetzt bleiben werden, könne keine Aussage getroffen werden, da es keine Altersgrenze für die Tätigkeit als Vertragsarzt gebe.
Aus diesem Grund sei auch nur eine grobe Prognose möglich, wie viele Ärzte in den kommenden Jahren voraussichtlich altersbedingt ausscheiden werden: Zum Stichtag waren 131 Hausärzte (»Köpfe«) im Kreis Herford tätig, wovon 50 mindestens 60 Jahre alt oder älter waren. Von diesen 50 wiederum waren 26 mindestens 65 Jahre alt. Vor diesem Hintergrund könnten in den kommenden fünf bis zehn Jahren wahrscheinlich bis zu 50 Hausärzte altersbedingt aus der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung ausscheiden, heißt es.

Quelle: Westfalen-Blatt