Das digitale Dorf: Innovative Lösungsansätze für die ländliche Versorgung

Die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 und das Projekt Smart Countryside präsentieren Zwischenergebnisse auf dem Zukunftsforum ländliche Entwicklung in Berlin.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die Lebensqualität in den ländlichen Räumen attraktiver zu gestalten und den Menschen auch in wirtschaftlich schwächeren Regionen aussichtsreiche Perspektiven bieten zu können.“ Mit diesem Versprechen eröffnete Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt das 11. Zukunftsforum ländliche Entwicklung am 24. Und 25. Januar in Berlin. Über 1.100 Akteure aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft diskutierten zum Thema „Dynamik und Vielfalt – Potenziale der ländlichen Räume nutzen.“ Gemeinsam mit dem Partnerprojekt Smart Countryside präsentierte die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 den rund 200 Gästen im Begleitworkshop „Das Dorf von morgen: Herausforderungen und Perspektiven im digitalen Zeitalter“ eine Auswahl an Möglichkeiten, Gesundheit für alle im ländlichen Raum zu schaffen. Unter dem Motto „Stadt-Land-Schluss?“ präsentierte die Projektwerkstatt regionale und überregionale Lösungen für die Gesundheitsversorgung sowie innovative Produktideen im Bereich Mensch-Technik-Interaktion. Dabei ging es u.a. um die telemedizinischen Dienstleistungen des Instituts für angewandt Telemedizin beim Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen sowie um die Smart Care Control der Firma Hermann Bock GmbH aus Verl, das professionell Pflegende entlastet, indem Vitaldaten im Pflegebett automatisch aufgenommen und an das Pflegeinformationssystem übermittelt werden.

Florian Kreker, Projektmanager der Projektwerkstatt Gesundheit 4.0

Prof. Dr. Hans-Günter Henneke, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Landkreistags legte Wert darauf, „dass der Staat die Urbanisierung nicht aufhalten kann. Aber er kann Anreize schaffen, dass die Menschen bleiben wollen.“ Dies unterstrich auch Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes. Sie sieht „eine drohende Verödung des ländlichen Raums. Die dort lebenden Menschen haben das Gefühl abgehängt zu sein, dem müsse entgegengewirkt werden.“ Der Frage von Prof. Dr. Stephan G. Humer, ob es zu spät ist die ländliche Entwicklung mitzugestalten, entgegnete die Projektwerkstatt mit praktischen Beispielen. „Es ist jetzt an der Zeit, die Zukunft im ländlichen Raum mitzugestalten. Sie sind eingeladen, sich daran zu beteiligen“, so Florian Kreker, Projektmanager für die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 beim ZIG.