Bau der Medizin-Fakultät für 470 Millionen Euro

Universität: Rektor Sargerer geht von 96 Professoren und 2.000 Studenten ab dem Jahr 2025 aus.

Bielefeld. Die neue Medizinische Fakultät soll das Leuchtturmprojekt der Universität Bielefeld werden. Rektor Gerhard Sargerer rechnet im Winter 2021 mit dem Start von 48 Studierenden im ersten Semester und 48 Studierenden in höheren Semestern. Im Endausbau wird mit 96 Professoren und 2.000 Studenten die größte Fakultät der Uni entstehen. Für Neubauten schätzt Sargerer die Kosten auf rund 470 Millionen Euro – die bis 2025 verbaut sein sollen.

Die Unileitung hat jetzt in einer Machbarkeitsstudie mögliche Standorte untersuchen lassen. Für Büros, Labore, Lehrräume und Tierhaltung rechnet sie mit einem Bedarf von gut 30.000 Quadratmetern Nutzfläche – so viel wie die neue Fachhochschule am Campus Nord hat. Dort war auch ursprünglich die Uni-Erweiterung vorgesehen. Doch es fehlt das Planungsrecht für eine kurzfristige Lösung.
Weil aber die Zeit drängt, setzen Rektor und Kanzler Stephan Becker auf eine schnelle Variante, die Schritt für Schritt entwickelt werden könnte. Die erforderlichen Gebäude sollen auf Freiflächen südlich des Uni-Hauptgebäudes entstehen. Dafür soll das Land das Innovationszentrum (ICB) komplett übernehmen, das die 75-Prozent-Stadttochter BGW derzeit für Start-ups baut. Vorteil wäre, dass das Gebäude bereits fertig ist und Anker für die neue Fakultät wäre. Die Hälfte des ICB sind bereits angemietet. Problem der Stadt ist, dass sie plötzlich ohne Gründerzentrum dasteht und die Rückmeldung von 11,8 Millionen Fördergeld droht.

Sargerer hält das Großprojekt in einem Gebäude aus zeitlichen und finanziellen Gründen für riskant. Das könnte frühestens 2025 fertig sein, bis dahin solle die Fakultät aber schon deutlich wachsen. Deshalb sei es sinnvoller, entlang der Straße Morgenbreede an fünf bis sechs Stellen die Uni-Medizin anzusiedeln.

Im Herbst 2019 will die Universität die Medizin-Fakultät gründen – anlässlich der Feier ihres 50-jährigen Bestehens. Wichtiges Ziel soll die Ausbildung von Allgemeinmedizinern sein, „die Königsdisziplin“, wie der Rektor betont. Einmalig in Deutschland sei der Schwerpunkt auf chronische Erkrankungen und Behinderungen. Kooperieren wird die Uni mit den Bielefelder Trägern Städtische Kliniken und Evangelische Kliniken Bethel sowie dem Klinikum Lippe.

Den Artikel der Neuen Westfälischen (06.12.2018) gibt es hier