Pflege-Dschungel: Alle Möglichkeiten nutzen

Cornelia Woge und Stefan Hellweg weisen durch den Pflege-Dschungel

Steinhagen. Wird jemand pflegebedürftig oder muss einen Angehörigen pflegen, gibt es viele Möglichkeiten der Unterstützung. Welche das sind und wie man sie nutzen kann, erklärten jetzt Cornelia Woge und Stefan Hellweg.

Cornelia Woge (Diakonie), Mitorganisatorin Angelina Stuckert (Zentrum Innovation Gesundheitswirtschaft) und Stefan Hellweg (Gemeinde, v.li.) freuen sich über die Resonanz. Foto: Hagemann

Tagespflege, Kurzzeitpflege, Pflegegrade, Entlastungsleistungen…Das Thema ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln, und oft tritt ein Pflegefall völlig unvorbereitet ein, etwa nach einem Schlaganfall. Cornelia Woge, Pflegedienstleiterin bei der Diakonie, und Stefan Hellweg, Pflegeberater bei der Gemeinde, gaben am Montagabend in ihrem Vortrag „Plötzlich pflegebedürftig – was  tun, und wer hilft weiter?“ einen Überblick und beantworteten Fragen. Wie wichtig solche Informationsabende sind, zeigt die große Resonanz: Fast 90 Besucher aller Generationen füllten den Ratssaal.

Zwei Dinge betonen die beiden Fachleute immer wieder: „Wenn Sie oder Ihr Angehöriger pflegebedürftig werden, dann sollten Sie sich das auch eingestehen. Nutzen Sie Hilfeleistungen, sie stehen Ihnen zu!“, appelliert Stefan Hellweg. Und: „Haben Sie keine Angst vor dem Papierkram! Wir helfen Ihnen, Sie haben in Steinhagen ein Netzwerk an Profis“, sagt Cornelia Woge. Die Referenten wollen Pflegende dazu ermutigen, monatliches Pflegegeld zu beantragen, Sachleistungen wie hauswirtschaftliche Hilfe, auch eine Tagespflege oder stationäre Kurzzeitpflege zu nutzen: „Das hat nichts mit Abschieben zu tun“. sagt Cornelia Woge. „Achten Sie als Pflegender immer auch auf sich selbst! Denn klappen Sie eines Tages zusammen, haben wir den worst case: zwei Pflegebedürftige. An sich selbst zu denken, das muss man erst einmal lernen.“
Stefan Hellweg nennt außerdem die Hilfe durch die Wohnberatung, nennt KfW-Zuschüsse für Umbaumaßnahmen zuhause, darunter Handläufe und barrierefreie Bäder.

Quelle: Westfalen-Blatt vom 13.03.2019