Aktuelles

IT NRW: Arztpraxen auf dem Land versorgen dreimal so viele Einwohner wie in städtischen Gebieten

Im ländlichen Raum betreuen Arztpraxen im Schnitt mehr als dreimal so viele Einwohner wie in städtischen Gebieten

Düsseldorf. Jede der 18 865 Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen war 2016 rein rechnerisch für 939 Menschen zuständig. Im ländlichen Raum betreuen die Arztpraxen laut einer Studie des Statistischen Landesamtes im Schnitt mehr als dreimal so viele Einwohner wie in städtischen Gebieten. Neben Daten zur Verteilung der Arztpraxen stellte Hans-Josef Fischer, Präsident des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen, heute in einer Pressekonferenz in Düsseldorf weitere statistische Ergebnisse zur Gesundheit und Gesundheitsversorgung in NRW vor.

Einwohner je Arztpraxis in NRW 2016 nach Raumtyp und Art der Praxis. Foto: IT.NRW

Fischer führte aus, dass 13,8 Prozent der NRW-Bevölkerung 2017 angaben, krank gewesen zu sein und die Gesundheitsausgaben in NRW im Jahr 2016 bei 4 344 Euro pro Kopf lagen. Außerdem hat jedes NRW-Krankenhaus 2017 rein rechnerisch 13 400 Patienten behandelt und bei 14,5 Prozent der Patienten in NRW-Krankenhäusern wurden 2017 Krankheiten des Kreislaufsystems diagnostiziert.

Quelle: IT.NRW

Land Nordrhein-Westfalen will Aufbau einer Pflegekammer mit fünf Millionen Euro unterstützen

Minister Karl-Josef Laumann hat die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter den Pflegefachkräften in Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Die Befragung sollte klären, ob und wenn ja, in welcher Form eine Interessenvertretung für die Pflege in Nordrhein-Westfalen gegründet werden soll. 86 Prozent der insgesamt 1.503 Befragten wünschten sich grundsätzlich eine Interessenvertretung.

Düsseldorf. 59 Prozent befürworteten ausschließlich die Gründung einer Pflegekammer, während sieben Prozent für einen Pflegering plädierten. 20 Prozent befürworteten sowohl die Errichtung einer Pflegekammer als auch eines Pflegerings. Acht Prozent haben sich gegen eine Interessenvertretung für die Pflege ausgesprochen. Sechs Prozent waren unentschlossen.

Organisiert: Die Pflegekräfte in NRW gehören künftig einer Kammer an. Grafik: MAGS

„Das Ergebnis zeigt: 79 Prozent der Pflegefachkräfte wollen eine Pflegekammer. Dass die Pflegekammer eine so deutliche Mehrheit bekommen hat, freut mich natürlich sehr. Das ist aber auch ein eindeutiges Zeichen an die Politik, die Entscheidung nun möglichst schnell umzusetzen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Pflege zu einem selbstbewussten und emanzipierten Berufsstand zu machen“, so Minister Laumann.

Die Befragung wurde von Oktober bis November 2018 durchgeführt und von August bis November 2018 von einer Informationskampagne begleitet. Pflegekräfte konnten sich hierzu in gedruckten Medien, auf einer eigenen Homepage und in 131 vom Land geförderten Multiplikatoren-Veranstaltungen informieren.

„Die Entscheidung muss nun konsequent umgesetzt und die Pflegekammer zügig errichtet werden. Mein Ziel ist es, dass der entsprechende Gesetzentwurf noch vor der Sommerpause im Landtag eingebracht wird“, erklärte Laumann. „Ich möchte die Kammer zu einer starken Stimme für die Pflege machen. Das funktioniert allerdings nur, wenn ihr wichtige Aufgaben nach dem Vorbild der Ärztekammern übertragen werden. Ich hoffe dabei auf einen engen und intensiven Dialog mit den Pflegeverbänden. Denn: Nur eine starke Pflegekammer kann auf Augenhöhe mit den anderen Akteuren im Gesundheitswesen agieren.“

So soll die Kammer beispielsweise die Qualität der Pflege sichern, Standards für eine gute Berufsausübung festlegen und überwachen sowie Fort- und Weiterbildungsangebote entwickeln. „Wir werden den Aufbau der Pflegekammer finanziell mit fünf Millionen Euro unterstützen“, sicherte Minister Laumann zu. Langfristig finanziert sich die Kammer aus Gebühren und Beiträgen ihrer Mitglieder.

Quelle: Pressemitteilung, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (09.01.2019)

Download Ergebnisbericht: www.interessenvertretung-pflege.nrw.de

Bau der Medizin-Fakultät für 470 Millionen Euro

Universität: Rektor Sagerer geht von 96 Professoren und 2.000 Studenten ab dem Jahr 2025 aus.

Bielefeld. Die neue Medizinische Fakultät soll das Leuchtturmprojekt der Universität Bielefeld werden. Rektor Gerhard Sagerer rechnet im Winter 2021 mit dem Start von 48 Studierenden im ersten Semester und 48 Studierenden in höheren Semestern. Im Endausbau wird mit 96 Professoren und 2.000 Studenten die größte Fakultät der Uni entstehen. Für Neubauten schätzt Sagerer die Kosten auf rund 470 Millionen Euro – die bis 2025 verbaut sein sollen.

Die Unileitung hat jetzt in einer Machbarkeitsstudie mögliche Standorte untersuchen lassen. Für Büros, Labore, Lehrräume und Tierhaltung rechnet sie mit einem Bedarf von gut 30.000 Quadratmetern Nutzfläche – so viel wie die neue Fachhochschule am Campus Nord hat. Dort war auch ursprünglich die Uni-Erweiterung vorgesehen. Doch es fehlt das Planungsrecht für eine kurzfristige Lösung.
Weiterlesen

19. OWL Forum der Gesundheitswirtschaft – Die Zukunft der Pflegearbeit

Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, beim 19. OWL Forum Gesundheitswirtschaft. (Foto: Thorsten Doerk)

Pflegekräfte werden zum Engpassfaktor für Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste. Bessere Bezahlung und mehr Wertschätzung können helfen. Gefordert sind aber auch attraktivere Arbeitsbedingungen und innovative Arbeitsmodelle. Über diese Themen diskutierten die über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim 19. OWL Forum Gesundheitswirtschaft am 14. November in der Stadthalle Bielefeld. Die Vorträge der Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Pflege zeigten konkrete Beispiele für neue Versorgungsmodelle und digitale Lösungen im Pflegealltag. Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, erläuterte seinen 5-Punkte-Plan „Mehr PflegeKRAFT“. „Ohne eine Stärkung der Ausbildung in der Pflege wird sich der Fachkräftemangel nicht eindämmen lassen. OWL hat sehr viele interessante Menschen. Wir haben gute Pflegekräfte, die nicht mehr im Beruf sind. Wir müssen weiterqualifizieren.“, so Westerfellhaus.

Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten über die Zukunft der Pflegearbeit. (Foto: Thorsten Doerk)

Im Podiumsgespräch bestärkte Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong, ZIG-Vorstand und Vorstandsmitglied der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, den Ansatz, dass man in der Region noch mehr ausbilden müsse und ergänzte: „Es gibt viele Menschen, die Lust haben auf eine Pflegeausbildung.“ Aber auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie solle verbessert werden. Einig waren sich die Experten der Podiumsdiskussion darin, dass Technik in der Pflege helfen kann, die Arbeitsbelastung zu mindern und die Pflegenden zu entlasten. Technische Assistenzsysteme seien zum Beispiel in der Einrichtung Breipohls Hof in der Anwendung und tragen dort dazu bei, die Pflegequalität zu verbessern.

In sechs Themen-Workshops ging es um innovative Versorgungsmodelle und Nachbarschafts-Konzepte aus den Niederlanden, um erste Erfahrungen mit dem Einsatz von Robotern in der Altenhilfe, um virtuelles Lernen in der Fort- und Weiterbildung oder um zukunftsweisende Ideen der Arbeitsgestaltung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten den Care-Roboter „Pepper“ kennen lernen oder die Quiz-App „Supernurse“ ausprobieren und ihr Wissen damit spielend testen.

Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 präsentiert sich auf der MEDICA 2018 in Düsseldorf

Florian Kreker, Projektmanager vom Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL und Anton Pfeifer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des inIT, der Hochschule OWL (Foto: ZIG)

Vom 12. bis 15. November 2018 traf sich die internationale Gesundheitswirtschaft auf der weltgrößten Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf.  Im Rahmen des NRW-Gemeinsschaftsstands präsentierte sich die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 mit dem Partnerprojekt Smart Countryside.

Besonders gefragt war die Demonstration der automatischen und stabilen Bilderfassung, die nicht sichtbare Veränderungen des Körpers und Veränderungen des Gangbildes per Smartphone analysiert. Mithilfe von Signalverarbeitungsmethoden erkennt die Gesundheits-Anwendung „weCare“ automatisch das Gangverhalten des Nutzers. Hierzu dokumentieren mobile Geräte alltagsbegleitend und unaufdringlich z.B. das Gangbild älterer, dementer Menschen. Anschließend wird eine aufgenommene Gangstrecke anhand intrinsischer Merkmale auf Anomalien analysiert und liefert somit Rückschlüsse auf das Wohlbefinden des Menschen. „WeCare“ ermöglicht unter anderem eine frühzeitige Erkennung von Parkinson. Gefragt waren beim Projektteam vor Ort auch die anderen Themen der Projektwerkstatt Gesundheit 4.0: Vernetzte Kliniken, digital unterstützte Krankenhauslogistik, die telemedizinische ambulante Nachsorge Suchterkrankter oder Lösungen zur Gesundheitsversorgung in der ländlichen Region.

Meilensteine zur Gründung der Medizinischen Fakultät OWL erreicht

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat im Sommer 2017 die Gründung der Medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld beschlossen. Zugleich wurde die Universität Bielefeld gebeten, im engen Austausch mit den Ministerien für Kultur und Wissenschaft sowie Arbeit, Gesundheit und Soziales ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann haben sich heute vor Ort in Bielefeld persönlich über den Fortschritt der Planungen informiert. Dabei zeigte sich: Die Errichtung der Medizinischen Fakultät nimmt bereits deutliche Formen an.

Das Foto zeigt (von links nach rechts): Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld, Professorin Dr. med. Claudia Hornberg, Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät in Bielefeld, Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Foto: MAGS NRW

So hat die Universität den Planungsstand für die Medizinische Fakultät am 24. September 2018 beim Wissenschaftsrat eingereicht. Dieser wird das Konzept nun begutachten und anschließend seine Empfehlungen abgeben. Zudem befindet sich die Medizinische Fakultät seit heute (1. Oktober 2018) auch offiziell „in Gründung“ und hat mit der Gründungsdekanin Professorin Dr. med. Claudia Hornberg und weiteren wissenschaftlich Beschäftigten bereits das erste zugeordnete Personal. Bei ihrem Besuch in Bielefeld sprachen Pfeiffer-Poensgen und Laumann mit dem Rektor der Universität Bielefeld, Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Universität auch über die Überlegungen zum Studienmodell, zum Forschungsprofil und zu Klinikkooperationen sowie über die Planungen auf dem Campus und die Ausschreibung der ersten Professuren. Die Ministerin und der Minister nahmen heute darüber hinaus an der konstituierenden Sitzung des Externen Beirates teil, in dem neben Expertinnen und Experten der beteiligten Ministerien unter anderem auch Vertreterinnen und Vertreter der Ärzteschaft in Westfalen-Lippe und der ostwestfälischen Kommunen Mitglieder sind.

Weiterlesen

Großes Lob für Modellprojekt „Stroke OWL“

Andreas Westerfellhaus, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, sieht gute Perspektiven für die Schlaganfall-Lotsen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Der Politiker eröffnete jetzt eine bundesweite Tagung in Gütersloh. „Ein großes Lob für Ihre Arbeit“, sagte der Bevollmächtigte der Bundesregierung für die Pflege. „Neue Versorgungsstrukturen müssen erprobt werden. Sie sind auf dem richtigen Weg. Lassen sie sich nicht durch Zweifler davon abbringen.“ 130 Fachleute aus ganz Deutschland stellten auf Einladung der Schlaganfall-Hilfe Modellprojekte zur besseren Versorgung von Schlaganfall-Patienten vor. Im Mittelpunkt stand ein erster Zwischenbericht des Modellprojekts STROKE OWL.

Sind optimistisch, dass Schlaganfall-Lotsen das Modell der Zukunft sind (von links): Sylvia Strothotte und Dr. Michael Brinkmeier (Vorstände der Schlaganfall-Hilfe), Kuratoriumsvorsitzende Dr. Brigitte Mohn und Staatssekretär Andreas Westerfellhaus. Bild: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Seit einem Jahr läuft das Projekt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Dabei betreuen 17 Schlaganfall-Lotsen Patienten ein Jahr lang nach dem Schlaganfall. Der Bund fördert das Projekt mit rund 7 Millionen Euro. Beteiligt sind alle Akut- und Rehakliniken in Ostwestfalen-Lippe.
160 Patienten wurden bis jetzt in das Projekt aufgenommen, bis Ende 2020 sollen es 2.000 werden. Ziel ist, dass Patienten zuhause optimal versorgt sind, Medikamente richtig einnehmen, ihren Lebensstil umstellen und Therapien wahrnehmen. So sollen wiederholte Schlaganfälle vermieden werden und die Patienten eine höhere Lebensqualität erhalten. Wie erfolgreich die Arbeit der Lotsen ist, untersucht die Universität Bielefeld in einer Studie.

Der Bund setzt hohe Erwartungen in das Projekt. Sollten sie sich erfüllen, wird das ostwestfälische Modell auf Deutschland ausgeweitet. „Im nächsten Jahr werden wir erste Ergebnisse vorlegen und darüber diskutieren, wie es nach der Modellphase weitergehen wird“, zeigte sich auch Stiftungsvorstand Dr. Michael Brinkmeier zuversichtlich.

Quelle: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (Pressemeldung, 21.09.18)

Patienten werden digital angemeldet

Bürgerstiftung Gütersloh unterstützt Rettungsdienst mit 36.000 Euro

Jede Minute zählt, wenn ein Notfallpatient vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht wird. Der Rettungsdienst im Kreis Gütersloh wird zukünftig wichtige Patientendaten digital in die Kliniken übermitteln, noch bevor der Patient dort eintrifft. Die Bürgerstiftung Gütersloh unterstützt mit 36.000 Euro die Einrichtung dieser „Digitalen Patientenvoranmeldung“. Am Projekt beteiligt sind der Rettungsdienst im Kreis Gütersloh, das Sankt Elisabeth Hospital und das Klinikum Gütersloh. „Wir möchten einen Beitrag leisten zur regionalen Gesundheitsversorgung und insbesondere zur verbesserten Behandlung von Notfallpatienten“, sagt Katrin Meyer, im Vorstand der Bürgerstiftung zuständig für die Projektarbeit. „Und die Summe von 36.000 Euro, die wir dafür bereit stellen, haben alle Gütersloher möglich gemacht, die zu unserem Bürgerbrunch gekommen sind“, ergänzt Sprecherin Brigitte Büscher. Das große Picknick am 1. Juli mitten in Gütersloh habe einen Erlös von 13.547 Euro erbracht, der Rest stamme aus dem Wixforth-Fonds Gesundheitswesen.

„Stellen Sie sich eine Situation wie diese vor: Ein Mann wird nach einem Verkehrsunfall mit einem Polytrauma, also einer lebensbedrohlichen Mehrfachverletzung, vom Rettungsdienst versorgt“, sagt Bernd Strickmann, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Gütersloh. „In kurzer Zeit müssen die wichtigsten Daten ins Krankenhaus durchgegeben werden. Bisher lief diese Kommunikation über die Leitstelle: Man hat telefoniert und handschriftliche, vielleicht schlecht leserliche Notizen gemacht. Da können Informationen verloren gehen – wie bei der stillen Post.“ Ab September werden nun alle Rettungsfahrzeuge im Kreis Gütersloh mit digitalen Eingabegeräten ausgestattet, so dass die Daten ohne Umweg und präzise direkt an die Kliniken geschickt werden können.

Weiterlesen

12345...10...>>