Aktuelles

Projektwerkstatt Gesundheit 4.0: Pflegebett der Zukunft im Schaufenster

Im neuen Onlineschaufenster der Projekt Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 präsentiert die Firma Hermann Bock GmbH das Pflegebett von morgen.

Mit der Alterung der Bevölkerung steigt die Nachfrage nach professioneller Pflege zeitgleich mit dem Mangel an Pflegefachkräften. In der Pflege bedeutet dies eine Reduktion der Arbeit am und mit den Menschen. Das Pflegebett von morgen setzt hier an. Mit Unterstützung verschiedener Sensoren werden Pflege, Therapie und Prophylaxe unterstützt. Diese messen Druck, Feuchtigkeit und Vitalfunktionen der Bewohnerinnen und Bewohner und leiten sie in Echtzeit zielgerichtet an die Pflegenden weiter. Die Hermann Bock GmbH bietet damit eine innovative technologische Unterstützung für die Pflegenden.

Das Onlineschaufenster kann online besucht werden: Schaufenster Gesundheit 4.0. Zusätzlich werden für Gruppen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik geführte Präsentationen durch das reale Schaufenster der Hermann Bock GmbH in Verl angeboten. Anmeldungen: Besuchermanagement OWL Arena 4.0 | Tel: 0521 96733-285 | besucherfuehrung [at] owl-morgen.de.

Weitere Information: info [at] zig-owl.de

Mobile Patientenakte am Klinikum Bielefeld eingeführt

Bielefeld. Bis Mitte 2019 sollen am Klinikum Bielefeld an allen drei Standorten (Mitte, Rosenhöhe, Halle) digitale Visitenwagen und iPads zum Einsatz kommen. Ziel der Digitalisierungsstrategie ist die mobile Patientenakte. Papier hat dann ausgedient.

Wenn Schwester Silvia Maric auf der onkologischen Station 5.3 im Bettenturm des Klinikums an der Teutoburger Straße morgens früh bei den Patienten Puls, Blutdruck und Temperatur misst, dann vermerkt sie die Ergebnisse in ihrem iPad, einem handlichen Tabletrechner. »Früher hatten wir viel mehr Papierkram«, ist sie froh über die neue Art der Datenerfassung.
Die »5.3« ist eine von fünf Stationen des Klinikums, auf denen die neue Technologie zurzeit erprobt wird. Die von Schwester Silvia aufgenommenen Werte fließen ein in die mobile elektronische Patientenakte. »Alle Patientendaten sofort und überall verfügbar – das ist unser Ziel«, sagt Martin Heppe. Der gelernte Krankenpfleger und studierte Gesundheitsmanager ist Projektleiter für die digitale Pflegeplanung. Für die komplette Umstellung auf »digital« sind im Klinikum zehn Jahre angesetzt. In der ersten Phase stehen 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Computer statt Hängeregister: Martin Heppe an einem der neuen Visitenwagen. Foto: Mike-Dennis Müller

Der digitale Visitenwagen

Neben den iPads sind digitale Visitenwagen auf den Stationen augenfällige Zeichen der Veränderung. Sie sind im Prinzip Rechner und Bildschirm auf Rollen. Die Stromversorgung läuft über Akkus. Ob es sich um die Krankengeschichte, dringend benötigte Laborwerte oder angeforderte Röntgenbilder handelt – die neuen Visitenwagen sind in der Lage, Ärzten und Pflegpersonal die für die Behandlung des Patienten notwendigen Informationen umgehend zur Verfügung zu stellen. »Mit WLAN kein Problem«, sagt Jochen Düsterhaus, Administrator für klinische Anwendungen in der IT-Abteilung des Klinikums.

Wenn sich der Chefarzt, Ober- und Assistenzärzte zur täglichen Visite aufmachen, dann können auch bei dieser Gelegenheit Patientendaten schnell und einfach erfasst werden, und zwar direkt am Bett des Patienten. Auch ein Diktiersystem ist integriert. Ein nachträgliches Umtragen medizinischer Daten ist nicht mehr erforderlich. »So wird auch das Risiko von Übertragungsfehlern ausgeschlossen«, erläutert Martin Heppe. Über das hausinterne Datennetz sind die eingetragenen Daten sofort jeder Pflegefachkraft und jedem Arzt zugänglich.

Bevor die neue Technik zum Einsatz kommt, werden alle Mitarbeiter geschult. Heppe und Düsterhaus berichten übereinstimmend, dass auf mancher Station, auf der die mobile Patientenakte eingeführt werden soll, zunächst auch Vorbehalte gegenüber der neuen Technik abgebaut werden müssten. »Doch nach gewisser Zeit erkennen die Nutzer die Vorteile«, sagt Düsterhaus.

Ein komplettes „Patienten-Tagebuch“

Einer dieser Vorteile ist ein komplettes »Patienten-Tagebuch«, wie es Düsterhaus formuliert. Alle Daten sind zentral an einer Stelle zusammengefasst, alles ist dokumentiert von der Dosierung der verabreichten Medikamente über die Physiotherapie-Termine bis hin zum Arztbrief, den der Patient nach der Entlassung für den Hausarzt mit auf den Weg bekommt. Und muss dieser Patient nach einer Weile doch wieder ins Krankenhaus zurückkehren, dann hilft die digitale Akte ein weiteres Mal, kann schnell eingesehen werden, welchen Operationen oder Therapien vorausgegangen waren.

Besteht nicht die Gefahr eines allzu gläsernen Patienten? »Für den Umgang mit den erfassten Daten gibt es strenge Auflagen«, betont Heppe. Und eines taugt nun nicht mehr als Ausrede, wenn etwas nicht geklappt hat: die unleserliche Handschrift, »Markenzeichen« vieler Ärzte.

Quelle: Westfalen-Blatt

Sachverständigenrat: 70 Empfehlungen für eine bessere Versorgung

Berlin. Geht es nach dem Sachverständigenrat Gesundheit, soll sich die Gesundheitsversorgung in Deutschland in absehbarer Zeit spürbar verändern. Eine Reihe von Maßnahmen soll die Basis für eine sinnvoll gestufte Versorgung schaffen – etwa: mehr hausarztzentrierte Versorgung, die Beseitigung von Niederlassungshindernissen, eine prospektive und sektorenübergreifende Bedarfs- und Angebotsplanung sowie eine qualitativ hochwertigere Weiterbildung junger Mediziner als heute.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen beim Bundesgesundheitsministerium um Professor Gabriele Meyer (v.l.), Professor Marion Haubitz, Professor Eberhard Wille, Professor Ferdinand Gerlach, Professor Petra Thürmann, Professor Wolfgang Greiner und Professor Jonas Schreyögg, stellt das Gutachten «Bedarfsgerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung» vor. Foto: Jörg Carstensen / dpa

Gleichzeitig sollen Kapazitätsabbau und -anpassung im stationären Sektor weiter vorangetrieben werden. Versorgungsdefizite, und wie man sie beheben könnte, analysiert das neue Gutachten des Sachverständigenrats, das die Gesundheitsweisen am Montag an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) übergeben haben.

„Gezielte Steuerung, nicht einfach Regulierung“

„Wir wollen eine gezielte Steuerung, aber nicht einfach stumpf Regulierung“, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Professor Ferdinand Gerlach, im Vorfeld der Vorstellung der „Ärzte Zeitung“.

„Pilot- und Eisbrecherprojekt“ für die sektorenübergreifende Versorgung soll die Reform der Notfallversorgung werden. Erstmals sollen niedergelassene Ärzte und Klinikärzte unter einem Dach zusammenarbeiten, mit einer einheitlichen Vergütung und unter den Vorgaben einer einheitlichen Bedarfsplanung und Qualitätssicherung, dazu mit einer gemeinsam digital abgestimmten Dokumentation, lautet die Vision der Gutachter.

Aus den bisherigen Bereitschaftsdienstpraxen der niedergelassenen Ärzte und den Notfallambulanzen der Kliniken sollen demnach von KVen und Kliniken gemeinsam betriebene „Integrierte Notfallzentren“ werden, schlagen die Gutachter vor. Vorgeschaltet werden sollen Integrierte Leitstellen, die für alle Menschen in Deutschland unter möglichst einer Rufnummer erreichbar sein sollen.

Bei diesem einen gezielten Eingriff, um Patienten besser als heute in die richtige Versorgungsebene zu steuern, soll es nicht bleiben. Die Gutachter schlagen auch umfangreiche Änderungen in der Organisation des ambulanten Sektors vor. Hausärzte sollen die Koordination und den größten Teil der Patientenbetreuung übernehmen.

Die hausarztzentrierte Versorgung soll zur Regel werden. Für die Einschreibung sollen Patienten mit Nachlässen beim Kassenbeitrag belohnt werden. Nachgedacht wird auch über eine „Eintrittsgebühr“ beim Facharzt, wenn der Patient ohne Überweisung kommt.

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Innovative Geschäftskonzepte aus OWL ausgezeichnet

Am Montagabend wurden die Sieger des Businessplan-Wettbewerbs startklar OWL 2018 bekanntgegeben. Dabei hat die Jury zwei Gewinner ausgewählt. Den ersten Platz erhielt die Zahnarzthelden GmbH aus Bielefeld, die eine Plattform für den kostengünstigen Einkauf von Zahnarzt-Geräten entwickelt hat. Auch die KLS Diagnostics aus Bielefeld belegte den ersten Platz. Die Ausgründung aus der Universität Bielefeld wurde für ein innovatives Konzept für biomedizinische Gewebeanalysen ausgezeichnet, die beispielsweise im Bereich der Tumorerkrankungen eingesetzt werden. Platz drei erreichte die Assembly Solutions GmbH aus Detmold, die kleinen und mittleren Unternehmen individuelle Assistenzsysteme für die Montage anbieten. Insgesamt hatten sich 41 Gründerteams an der diesjährigen Wettbewerbsrunde beteiligt. Bei der Preisverleihung in der Handwerkskammer OWL ließen sich über 130 Gäste von den Ideen und dem Engagement der Gründer begeistern.

Strahlende Sieger des Businessplanwettbewerbs präsentierten am Montagabend in der Bielefelder Handwerkskammer ihre Auszeichnungen:. Hans-Jürgen Nolting, Vorstand der Sparkasse Bad Oeynhausen – Porta Westfalica und Juryvorsitzender (1.v.l.), und Rudolf Delius, stellvertretender Vorsitzender Gesellschafterversammlung OWL GmbH (1.v.r.), überreichten den Gewinnern die Urkunden und Preise. Foto: OWL GmbH

Rudolf Delius, stellvertr. Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der OstwestfalenLippe GmbH, zeigte sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen: „Die große Anzahl und Qualität der Bewerbungen beweist, dass die Region ein gutes Ökosystem für Unternehmensgründungen bietet. startklar schafft dafür wirkungsvolle Angebote, um Gründerinnen und Gründer bei der Ausarbeitung ihres Geschäftskonzepts zu unterstützen. Das unterstreichen die positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.“ Die Gesellschaft führt den Wettbewerb gemeinsam mit 17 Partnern durch, darunter die IHKs und die Handwerkskammer, die Wirtschaftsförderungsrichtungen der Kreise sowie der Städte Bielefeld und Paderborn sowie die Hochschulen der Region. Hauptsponsoren von startklar sind die Sparkassen in OWL.

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Mediziner arbeiten Hand in Hand

Kreis Lippe. 120 ambulant tätige Ärzte haben sich in Lippe zusammengeschlossen, um die medizinische Versorgung in der Region sicherzustellen. Das Ärztenetz hat zum Ziel, den Austausch zwischen den Praxen zu fördern und Versorgungsmodelle für die Zukunft zu entwickeln – „Alles im Sinne der Patienten“, sagt Geschäftsführerin Constanze Liebe.

(von links) Dr. Gerhard Nordmann, Dr. Helmut Middeke, Minister Karl-Josef Laumann und Constanze Liebe. Foto: Kirsten Fuhrmann

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann lobte bei einer Feierstunde zum „Zehnjährigen“ die Entwicklung des Ärztenetzes, zeigte in Detmold aber gleichzeitig zukünftige Gefahren auf. Für ihn gehe es darum, die Versorgungsfragen in Lippe langfristig zu lösen. „Die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum wird sich kritisch entwickeln“, sagte er. Das Durchschnittsalter der lippischen Mediziner sei zu hoch, zu wenige neue Ärzte ließen sich in der Region nieder. Die kürzlich beschlossene Landarzt-Quote, könne dem Ärztemangel entgegenwirken.

„Damit will man niemanden unfreiwillig an einen Ort binden“, erklärt Laumann. „Es geht darum, Menschen, die sich das Arztdasein auf dem Land vorstellen können, eine Chance zu geben.“ Die ersten 300 Medizinstudienplätze mit der Verpflichtung, zehn Jahre auf dem Land zu praktizieren, sollen in drei bis vier Jahren an der neuen Fakultät in Bielefeld vergeben werden.

Den überfüllten Arztpraxen, die der Ärztemangel zu Folge hat, wirke man aber schon jetzt entgegen. Digitale Lösungen wie die „App zum Doc“ erleichterten beispielsweise Terminvereinbarungen. Auch Rezepte und Überweisungen ließen sich übers Smartphone bestellen. Verbesserte Strukturen innerhalb der Praxen wirken der Überlastung laut Constanze Liebe ebenfalls entgegen. Daran werde derzeit gearbeitet.

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Professorin Dr. Claudia Hornberg wird Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld

Medizinischer Beirat hat sich konstituiert

Professorin Dr. Claudia Hornberg. Foto: Kerstin Hoffarth

Professorin Dr. Claudia Hornberg ist vom Rektorat der Universität Bielefeld als Gründungsdekanin für die Medizinische Fakultät bestellt worden. Bisher war sie Gründungsbeauftragte des Rektorats im Aufbauprozess der Medizinischen Fakultät. Zudem hat sich der von Universität Bielefeld und Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW bestellte Medizinische Beirat am 27. Juni zur konstituierenden Sitzung getroffen. An der Sitzung nahm auch Annette Storsberg, Staatssekretärin im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, teil.

Als Gründungsdekanin wird Professorin Dr. Claudia Hornberg während der Gründungsphase in enger Abstimmung mit dem Rektorat die Aufgaben der Fakultätskonferenz übernehmen. Die Fakultätskonferenz ist das zentrale Gremium einer Fakultät. Ihr gehören Mitglieder der verschiedenen Statusgruppen (Hochschullehrinnen und Lehrer, akademische Beschäftigte, Beschäftigte aus Technik und Verwaltung sowie Studierende) an. Sie fällt – geleitet durch den Dekan oder die Dekanin – die zentralen Entscheidungen der Fakultät.

„Ich freue mich, dass wir Claudia Hornberg als Gründungsdekanin gewinnen konnten“, so Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld. „Sie hat das Rektorat bereits in den vergangenen Monaten als Gründungsbeauftragte bei den laufenden Planungen zur Medizinischen Fakultät intensiv beraten und unterstützt. Sie hat als Medizinerin einen sehr breiten Blick auf die relevanten Themen, insbesondere wenn es um die Konzeption eines innovativen Studiengangs geht. Zudem kennt Claudia Hornberg die Gesundheitsregion OWL sehr gut.“

Am 27. Juni 2018 fand zudem die konstituierende Sitzung des Medizinischen Beirats statt. Der Medizinische Beirat wird als Gruppe von externen Expertinnen und Experten eingesetzt, um fachliche und externe Kompetenzen beim Aufbau der neuen Medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld zu gewährleisten. So unterstützt er die Universität Bielefeld beispielsweise bei der Berufung der ersten Professorinnen und Professoren und berät in konzeptionellen Fragen. Die Mitglieder wurden von der Universität und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft bestellt.

Rektor Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer: „Mit der Zusammenstellung des Medizinischen Beirats bin ich sehr zufrieden. Wir haben renommierte und hochkompetente Expertinnen und Experten gewonnen. Ich bin den Mitgliedern für ihr Engagement sehr dankbar und freue mich auf den Austausch.“

Die Staatssekretärin im Wissenschaftsministerium, Annette Storsberg, sagte anlässlich der Gründung des Beirats: „Die neue Medizinische Fakultät hat eine wichtige Bedeutung  für die Hochschule, für die Region OWL und das Land Nordrhein-Westfalen. Das Know-how der Hochschulmedizinerinnen und – mediziner im neuen Gremium wird entscheidend dazu beitragen, dass die Universität Bielefeld ein überzeugendes Konzept für den Aufbauprozess  entwickeln und umsetzen kann.“

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Renaissance der Kurbäder – Es geht aufwärts in OWL

In keiner anderen Region in NRW gibt es so viele Kurorte, Heilbäder und Luftkurorte wie in Ostwestfalen-Lippe: nämlich 34 der etwa 70 Einrichtungen. Daher hat die Region immer noch mit den Spätfolgen des Strukturwandels nach der Gesundheitsreform in den 90er Jahren zu kämpfen.

Leopold-Bad in Bad Salzuflen mit viel Tradition: Das Staatsbad besteht 200 Jahre. Viele Einrichtungen erstrahlen in neuem Glanz. (Foto: Oliver Schwabe)

Mit einem Masterplan will der nordrhein-westfälische Heilbäderverband die Region OWL künftig als „Gesundheitsregion“ weiterentwickeln. Die hier konzentrierten Reha-Kliniken wollen mit Spitzenmedizin punkten. Erste Erfolge sind sichtbar. So schreibt etwa das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe nach 20 defizitären Jahren seit 2014 wieder schwarze Zahlen.

Andererseits stehen in OWL immer noch viele Kliniken leer, werden Immobilien abgestoßen oder neu genutzt. Auch der Sanierungsstau der meist alten Einrichtungen in den Heilbädern ist häufig ein ungelöstes oder zumindest schwer zu stemmendes Problem.

Der Kurort Bad Salzuflen beispielsweise, der in diesem Jahr 200 Jahre besteht, zählte in seinen besten Jahren zwei Millionen Übernachtungen pro Jahr. „Heute sind es 800.00“, sagt Bad Salzuflens Bürgermeister und Vorsitzender des Nordrhein-Westfälischen Heilbäderverbandes, Dr. Roland Thomas. „Nach wie vor kämpfen wir mit den Auswirkungen des dramatischen Strukturwandels, der auch viele Arbeitsplätze gekostet hat“, beklagt Thomas. Hinzu komme, dass der so begehrte Namenszusatz „BAD“ nicht für alle Ewigkeit gegeben sei. Die Kommunen müssten, um ihn zu sichern und entsprechend vermarkten zu können, bestimmte Vorgaben erfüllen. Dazu gehöre etwa die Anstellung von speziell geschulten Badeärzten, was natürlich mit Kosten verbunden sei. Spätestens nach zehn Jahren werden diese Vorgaben geprüft.

Gleichwohl glauben die Verantwortlichen an das wirtschaftliche Potenzial der Bäder und Kurorte in Ostwestfalen-Lippe. „Das Bäderwesen hat eine große wirtschaftliche Bedeutung“, betont Uwe Borchers, Geschäftsführer des Zentrums für Innovation in der Gesundheitswirtschaft (ZIG OWL) mit Sitz in Bielefeld.
Mit Blick auf die besondere Kombination von Landschaft, Gesundheitsversorgung, und Rehabilitation sehen nicht wenige Experten in Ostwestfalen-Lippes Kurorten – vielleicht etwas euphorisch – einen „Heilgarten Europas“. „Bei den Kurorten muss man allerdings unterscheiden, dass es zum einen um das Kur- und Bäderwesen geht, zum anderen um die medizinische Rehabiliation“. Gerade die Rehabilitation werde oft unterschätzt und habe eine zunehmende Bedeutung für die Wirtschaft. Borchers zufolge spielt die Reha eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Erwerbsfähigkeit der Berufstätigen.
Hier setzt auch der Masterplan des Heilbäderverbandes an. Weiterlesen

Wenn Prothesen das Denken lernen – Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 initiiert OWL-Netzwerk zur Sensorik in der modernen Prothetik

In der Orthopädietechnik ist das passgenaue Anfertigen von Prothesen Alltag. Dank intensiver Forschung könnten Prothesen Made in OWL schon bald das Denken lernen. Sensoren in den Prothesen sollen in Echtzeit Daten liefern und die Hilfsmittel revolutionieren.

Das ZIG – Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL mit Sitz in Bielefeld übernimmt beim Thema Innovative Lösungen für die Gesundheit eine Vorreiterrolle und hat jetzt im Rahmen der Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 ein Netzwerk geknüpft. Beteiligt sind das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe mit Sitz in Lemgo, das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) Bad Lippspringe sowie Orthopädietechniker aus OWL.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung in der Teutoburger-Wald-Klinik in Bad Lippspringe freute sich der Chefarzt Dr. Alexander Strassburg darüber, dass „innerhalb des Projektes die vorhandenen Kompetenzen bestens vernetzt werden.“ „Wir müssen die Reha neu erfinden und Innovationen vorantreiben!“, fordert Michael Ennenbach, Kfm. Direktor des MZG. ZIG-Geschäftsführer Uwe Borchers machte deutlich, dass „die Digitalisierung in der Rehabilitation Fuß fasst und die Lebensqualität der Betroffenen enorm verbessert.“ Prof. Dr.-Ing. Volker Lohweg, Leiter des inIT, freut sich auf „spannende Forschungsprojekte im Bereich Sensorik und Prothetik“.

Das Kompetenznetzwerk innovative Orthopädietechnik beim Workshop der Projektwerkstatt Gesundheit 4.0

Bereits im März dieses Jahres warb die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 in ihrer Veranstaltung „Digitale Orthopädietechnik“ für einen Verbund aus Medizin, Orthopädietechnikern und Forschung, zur Entwicklung innovativer Projektideen für die Orthopädie. Neben der integrierten Sensorik im Schaft durch den 3D-Druck diskutierten die Partner jetzt über verschiedene Chancen und Risiken der Datenerfassung künstlicher Gelenke. Ein objektives Messsystem für Schäfte fehlt derzeit vollständig. Besonders Begleiterkrankungen könnten damit aber reduziert und Anpassungen digital beschleunigt werden. „Optimal wäre die Entwicklung eines Druckmessverfahrens, reaktiver Verfahren, einer Ganganalyse und der Auswertung entsprechender Daten“, so Dr. Strassburg.

 

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