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Auftaktveranstaltung „Gute Pflege OWL“ in der Neuen Schmiede

„Pflege geht uns alle an“

Tagesthema: Eine Initiative will ein Netzwerk für die Region schaffen. Staatssekretär Westerfellhaus spricht über die Möglichkeiten

Bielefeld. Nur wenige junge Menschen lassen sich für eine Ausbildung in einem Pflegeberuf begeistern. Doch das will die Initiative „Gute Pflege OWL“ ändern. Sie will ein Netzwerk bilden zwischen den unterschiedlichen Akteuren der Region und so auf die Herausforderungen des Pflegenotstands reagieren. Für die Auftaktveranstaltung hat sich die Initiative prominente Unterstützung geholt: Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, hat über Ideen und Maßnahmen zur Verbesserung der Pflegeberufe gesprochen.

Zu wenig Sicherheit, zu wenig Planung, zu wenig Freizeit und Erholung — „der Fachkräftemangel liegt nicht im Beruf selbst“, betont Andreas Westerfellhaus, sondern in den Rahmenbedingungen.
„48 Prozent der Berufsaussteiger würden laut einer Studie zurückkommen, wenn die Rahmenbedingungen sich ändern.” Die Frage sei nun, wie Pflegefachkräfte im Job gehalten oder auch zurückgeholt werden können. Genauso gehöre aber auch dazu, wie die Ausbildung attraktiver gestaltet werden kann. Die unfreiwillige Teilzeitarbeit vieler Fachkräfte oder auch die einheitliche Berufsanerkennung von Zuwanderern sieht er als weitere Herausforderungen. Auch hier müsse und werde sich etwas tun.

Ein weiterer Punkt: verbesserte Arbeitsbedingungen. Arbeitsprozesse müssen angepasst, die Digitalisierung zur Entlastung genutzt und Kinderbetreuung unterstützt werden. Aber auch flexible Arbeitszeitmodelle gehören dazu, wie auch andere Einkommens- und Karrieremöglichkeiten. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg sei die generalistische Pflegeausbildung ab dem kommenden Jahr, die die drei bisherigen Pflegeberufe zusammenführt. Außerdem brauche es flächendeckend faire Löhne.

Durch das neue Pflegeberufegesetz soll eigenständiges und eigenverantwortliches Arbeiten gestärkt werden – zum Wohle des Patienten. Denn: „Der Bereich der Pflege geht uns alle an“, sagt der Staatssekretär. „Die Herausforderung besteht darin, dass es immer mehr Menschen mit Hilfebedarf gibt, aber schon heute Fachkräfte fehlen und nur wenige junge Menschen in die Pflege gehen”, erklärt die Bielefelderin Angelika Gemkow, ehemalige Landesbehindertenbeauftragtein NRW und Pflegebotschafterin der Initiative, „Daran wollen wir gemeinsam arbeiten.” Das Berufsfeld sei spannend und abwechslungsreich, doch genau das werde nicht immer auch nach außen transportiert.

Doch was kann die Initiative konkret in der Region tun? „Wir stellen uns vor, dass eine Bewegung entsteht”, sagt Uwe Borchers, ebenfalls Pflegebotschafter, sowie Geschäftsführer des Zentrums für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL. Um mehr Auszubildende zu finden, „müssen wir Lehrer und Berufsberater über Chancen und Möglichkeiten indem Berufsfeld informieren“, erklärt Angelika Gemkow. Denn sie sprechen die potenziellen zukünftigen Fachkräfte an, und könnten junge Menschen für den Beruf begeistern.

Faraj Remmo sitzt im Rollstuhl. Er findet es wichtig, dass auch Betroffene in die Verbesserung der Pflege einbezogen werden. Das sei ebenfalls über ein solches Netzwerk wie „Gute Pflege OWL” möglich, weiß Westerfellhaus. Auch Dietmar Mantel, Geschäftsführer der Kolping-Bildungszentren OWL, weiß, wie komplex das Thema ist: „Es gibt viele Akteure, und sie alle müssen an einem Strang ziehen.“

Quelle: Neue Westfälische (30.04.19)

Starkes Interesse an der Initiative „Gute Pflege OWL“ (Quelle: Rathert, ZIG)

Ein weiterer Presseartikel zur Guten Pflege OWL: Neue Westfälische (04.04.2019)

Zur Zukunft der Medizinbranche

Bad Oeynhausen. Launig und eindringlich referierte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Donnerstagabend über die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Seine Hauptthemen: Fachkräftemangel und Ausbildung. „Das Personalproblem kann man nur durch Ausbildung lösen. Und nicht dadurch, dass man Ärzte und Pflegepersonal aus dem Ausland holt“, fand der Minister vor den 180 geladenen Gästen im Oeynhausen-Saal deutliche Worte.

Der Minister und die Organisatoren: Johannes Fründ (v. l.), Manfred Volkmann, Katharina Schrammen, Karl-Josef Laumnann und Andreas Kämmerling. Foto: Nicole Bliesener | © g

Zu der Veranstaltung im Kaiserpalais hatte das Freiberuflercenter der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford geladen. „Eigentlich sollte Minister Laumann schon vor zwei Jahren bei uns sprechen, doch damals musste er kurzfristig absagen“, sagt Volksbank-Vorstandssprecher Andreas Kämmerling bei der Begrüßung des Fachpublikums – bestehend aus Ärzten und Apothekern.

Laumann spannte den Bogen von der guten wirtschaftlichen Lage, dem Kampf der Branchen um den Nachwuchs, dem Hausärztemangel, dem Fachkräftemangel in den Krankenhäusern, der Anzahl und Ausstattung von Pflegeschulen bis hin zu seiner Vorstellung von einer Krankenhausstrukturreform.

„In NRW hören jährlich 450 Hausärzte auf und nur jeder zehnte Medizinstudent wird Hausarzt. Keine Region ist vom Ärztemangel so bedroht wie OWL“, machte Laumann deutlich. Und das, obwohl die Region zu den wirtschaftlich stärksten in NRW gehöre. Im Wettbewerb um die guten Kräfte konkurriere der Gesundheitssektor mit allen anderen Branchen. Um mitzuhalten „muss die Gesundheitsbranche attraktiv sein“, so der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

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Alle Möglichkeiten nutzen

Cornelia Woge und Stefan Hellweg weisen durch den Pflege-Dschungel

Steinhagen. Wird jemand pflegebedürftig oder muss einen Angehörigen pflegen, gibt es viele Möglichkeiten der Unterstützung. Welche das sind und wie man sie nutzen kann, erklärten jetzt Cornelia Woge und Stefan Hellweg.

Cornelia Woge (Diakonie), Mitorganisatorin Angelina Stuckert (Zentrum Innovation Gesundheitswirtschaft) und Stefan Hellweg (Gemeinde, v.li.) freuen sich über die Resonanz. Foto: Hagemann

Tagespflege, Kurzzeitpflege, Pflegegrade, Entlastungsleistungen…Das Thema ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln, und oft tritt ein Pflegefall völlig unvorbereitet ein, etwa nach einem Schlaganfall. Cornelia Woge, Pflegedienstleiterin bei der Diakonie, und Stefan Hellweg, Pflegeberater bei der Gemeinde, gaben am Montagabend in ihrem Vortrag „Plötzlich pflegebedürftig – was  tun, und wer hilft weiter?“ einen Überblick und beantworteten Fragen. Wie wichtig solche Informationsabende sind, zeigt die große Resonanz: Fast 90 Besucher aller Generationen füllten den Ratssaal.

Zwei Dinge betonen die beiden Fachleute immer wieder: „Wenn Sie oder Ihr Angehöriger pflegebedürftig werden, dann sollten Sie sich das auch eingestehen. Nutzen Sie Hilfeleistungen, sie stehen Ihnen zu!“, appelliert Stefan Hellweg. Und: „Haben Sie keine Angst vor dem Papierkram! Wir helfen Ihnen, Sie haben in Steinhagen ein Netzwerk an Profis“, sagt Cornelia Woge. Die Referenten wollen Pflegende dazu ermutigen, monatliches Pflegegeld zu beantragen, Sachleistungen wie hauswirtschaftliche Hilfe, auch eine Tagespflege oder stationäre Kurzzeitpflege zu nutzen: „Das hat nichts mit Abschieben zu tun“. sagt Cornelia Woge. „Achten Sie als Pflegender immer auch auf sich selbst! Denn klappen Sie eines Tages zusammen, haben wir den worst case: zwei Pflegebedürftige. An sich selbst zu denken, das muss man erst einmal lernen.“
Stefan Hellweg nennt außerdem die Hilfe durch die Wohnberatung, nennt KfW-Zuschüsse für Umbaumaßnahmen zuhause, darunter Handläufe und barrierefreie Bäder.

Quelle: Westfalen-Blatt vom 13.03.2019

Dokumentation OWL 4.0: Ergebnisse aus der Projektwerkstatt Gesundheit

Die Digitalisierung bietet vielfältige Möglichkeiten, um Lösungen für diese gesellschaftlichen Herausforderungen zu finden. Unter dem Motto „Wir gestalten unser MORGEN“ hat sich die OWL GmbH 2016 in OstWestfalenLippe mit dem Handlungskonzept OWL 4.0 auf den Weg gemacht, um die Potenziale der digitalen Transformation für Wirtschaft und Gesellschaft zu erschließen.

In zehn Projekten haben 150 Partner aus Brancheninitiativen, Hochschulen, wirtschaftsnahen Organisationen, Unternehmen sowie weitere Partner konkrete Lösungen, Unterstützungsangebote und Handlungsempfehlungen entwickelt. Nach drei Jahren Arbeit liegt eine positive Zwischenbilanz vor. Ergebnisse und Wirkungen werden in einer Ergebnis-Broschüre vorgestellt.

Ein Schwerpunkt dabei lag im Gesundheitsbereich mit dem Aufbau und Betrieb der Projektwerkstatt Gesundheit 4.0. Unter Federführung des ZIG bietet die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 mit den Partnern aus Hochschulen und Wirtschaft eine regionale Plattform zur Entwicklung und Erprobung digitaler Lösungen. Erfolgreiche Beispiele aus der Projektwerkstatt: Smart Home für mehr Patientensicherheit im Pflegeheim, intelligente Orthesen und Prothesen in der Rehabilitation, Logistik 4.0 im Krankenhaus, digitale Online-Therapie, der autonome Rollstuhl oder die Smartphone App weCare zur Früherkennung von Morbus Parkinson. Darüber hinaus werden in fünf sog. Schaufenstern digitale Lösungen auch für BesucherInnen präsentiert. Für das Pflegebett mit SmartCareControl zur intelligenten Steuerung gab es 2017 den Innovationspreis Marktvisionen OWL. Mit Assistenzrobotik und weiteren digitalen Lösungen präsentiert die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 auch bei nationalen Fachkongressen Innovationen aus der Gesundheitswirtschaft OWL.

Download: OWL 4.0 / Ergebnisdokumentation

 

Neuer Direktor am Klinikum Bielefeld

Bielefeld. Diplom-Kaufmann Maik Büscher wird zum 1. Juni neuer Kaufmännischer Direktor des Klinikums Bielefeld. Er folgt auf Ulrich Falk, der diese Position seit 2014 inne hatte. Falk verlässt das Klinikum Bielefeld, um neue Aufgaben nahe seines Wohnortes zu übernehmen. Büscher ist derzeit Leiter Konzerncontrolling und Unternehmensentwicklung der Paracelsus-Kliniken Osnabrück. „Wir freuen uns, dass wir in Maik Büscher einen erfahrenen Krankenhausfachmann für den Wechsel ans Klinikum gewinnen konnten“, sagt Michael Ackermann, Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld. Büscher wird als stellvertretender Geschäftsführer Prokura erhalten und Mitglied der Betriebsleitung des Klinikums, die aus dem Geschäftsführer des Klinikums Michael Ackermann, dem Ärztlichen Direktor Wolfgang Schmidt-Barzynski, dem Justiziar Bernd Henkemeier und der Direktorin für Pflege- und klinisches Prozessmanagement Christiane Höbig besteht. Büscher studierte „Betriebswirtschaft in Einrichtungen des Gesundheitswesens“ sowie „Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen“.

Quelle: Neue Westfälische (28.02.19)

SVR Gesundheit: Prof. Dr. Wolfgang Greiner zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat heute den Mitgliedern des neu berufenen Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) in einer feierlichen Zeremonie die Ernennungsurkunden überreicht.

Im Anschluss an den Minister-Termin wählte der Rat auf seiner konstituierenden Sitzung aus seinen Reihen erneut den Allgemeinmediziner Prof. Dr. Ferdinand Gerlach (Universität Frankfurt) zum Vorsitzenden und erstmalig den Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Wolfgang Greiner (Universität Bielefeld) zum stellvertretenden Vorsitzenden. Die weiteren Mitglieder des neuen Sachverständigenrats sind die Ökonomin Prof. Dr. Beate Jochimsen (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin), der Onkologe Prof. Dr. Christof von Kalle (Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg), die Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriele Meyer (Universität Halle), der Gesundheitsökonom Prof. Dr. Jonas Schreyögg (Universität Hamburg) und die Pharmakologin Prof. Dr. Petra Thürmann (Universität Witten-Herdecke). Weiterlesen

Landarztquote: Bewerbungsverfahren startet

Kabinett verabschiedet Rechtsverordnung zum Landarztgesetz Nordrhein-Westfalen

Minister Karl-Josef Laumann hat die vom Kabinett verabschiedete Rechtsverordnung zum Landarztgesetz Nordrhein-Westfalen (LAG NRW) vorgestellt. Diese wird zeitnah mit der Veröffentlichung im Ministerialblatt in Kraft treten.

Mit der Rechtsverordnung wird die Grundlage für das Bewerbungs- und Auswahlverfahren für die sogenannte Landarztquote geschaffen. Damit können zum Wintersemester 2019/2020 planmäßig die ersten Studierenden im Rahmen der Landarztquote ihr Studium der Humanmedizin beginnen. Das LAG NRW war bereits im Dezember 2018 vom Landtag verabschiedet worden.

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Regio.NW: Gutachtergremium empfiehlt Projekte zur Förderung in OWL

Landesregierung und EU unterstützen innovative Projektideen zur regionalen Wirtschaftsförderung in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 45 Millionen Euro.

Im Rahmen des Aufrufs „Regio.NRW – Innovation und Transfer“ hat ein Gutachtergremium 36 Projekte zur Förderung empfohlen. Ziel ist, mit neuen Kooperationen die innovativen Potentiale in den Regionen zu heben und die Standortqualität zu stärken. Der Förderaufruf richtete sich an kommunale und regionale Wirtschaftsförderungen, Kammern, Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Mit dem Projektaufruf Regio.NRW unterstützten wir die Standortentwicklung für Unternehmen in allen Teilen des Landes. Wir fördern nicht mit der Gießkanne, sondern knüpfen dabei an regionale Stärken und Kompetenzen an. Damit erreichen wir passgenaue Angebote für den Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen.“

Die ausgewählten Projekte unterstützen kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung, beim Transfer von den Hochschulen in die Unternehmen durch Scoutings oder stärken die Start-up-Kultur in ländlichen Regionen. Sie sollen mit rund 45 Millionen Euro von der EU und vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert werden. Die entsprechenden Anträge können jetzt bei den zuständigen Bezirksregierungen gestellt werden.

Der Projektaufruf „Regio.NRW – Innovation und Transfer“ wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Im Zeitraum bis 2020 stehen Nordrhein-Westfalen insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro EU-Mittel zur Verfügung, um Wachstum und Beschäftigung zu unterstützen.

Zu den Projekten, die zur Förderung empfohlen werden, zählt auch das Projekt „work & care“, das unter Federführung des ZIG initiiert wurde. Dabei geht es um die Entwicklung eines innovativen Unterstützungsmodells für pflegende Erwerbstätige.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (15.02.2019)

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