Aktuelles

Bau der Medizin-Fakultät für 470 Millionen Euro

Universität: Rektor Sargerer geht von 96 Professoren und 2.000 Studenten ab dem Jahr 2025 aus.

Bielefeld. Die neue Medizinische Fakultät soll das Leuchtturmprojekt der Universität Bielefeld werden. Rektor Gerhard Sargerer rechnet im Winter 2021 mit dem Start von 48 Studierenden im ersten Semester und 48 Studierenden in höheren Semestern. Im Endausbau wird mit 96 Professoren und 2.000 Studenten die größte Fakultät der Uni entstehen. Für Neubauten schätzt Sargerer die Kosten auf rund 470 Millionen Euro – die bis 2025 verbaut sein sollen.

Die Unileitung hat jetzt in einer Machbarkeitsstudie mögliche Standorte untersuchen lassen. Für Büros, Labore, Lehrräume und Tierhaltung rechnet sie mit einem Bedarf von gut 30.000 Quadratmetern Nutzfläche – so viel wie die neue Fachhochschule am Campus Nord hat. Dort war auch ursprünglich die Uni-Erweiterung vorgesehen. Doch es fehlt das Planungsrecht für eine kurzfristige Lösung.
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19. OWL Forum der Gesundheitswirtschaft – Die Zukunft der Pflegearbeit

Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, beim 19. OWL Forum Gesundheitswirtschaft. (Foto: Thorsten Doerk)

Pflegekräfte werden zum Engpassfaktor für Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste. Bessere Bezahlung und mehr Wertschätzung können helfen. Gefordert sind aber auch attraktivere Arbeitsbedingungen und innovative Arbeitsmodelle. Über diese Themen diskutierten die über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim 19. OWL Forum Gesundheitswirtschaft am 14. November in der Stadthalle Bielefeld. Die Vorträge der Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Pflege zeigten konkrete Beispiele für neue Versorgungsmodelle und digitale Lösungen im Pflegealltag. Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, erläuterte seinen 5-Punkte-Plan „Mehr PflegeKRAFT“. „Ohne eine Stärkung der Ausbildung in der Pflege wird sich der Fachkräftemangel nicht eindämmen lassen. OWL hat sehr viele interessante Menschen. Wir haben gute Pflegekräfte, die nicht mehr im Beruf sind. Wir müssen weiterqualifizieren.“, so Westerfellhaus.

Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten über die Zukunft der Pflegearbeit. (Foto: Thorsten Doerk)

Im Podiumsgespräch bestärkte Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong, ZIG-Vorstand und Vorstandsmitglied der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, den Ansatz, dass man in der Region noch mehr ausbilden müsse und ergänzte: „Es gibt viele Menschen, die Lust haben auf eine Pflegeausbildung.“ Aber auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie solle verbessert werden. Einig waren sich die Experten der Podiumsdiskussion darin, dass Technik in der Pflege helfen kann, die Arbeitsbelastung zu mindern und die Pflegenden zu entlasten. Technische Assistenzsysteme seien zum Beispiel in der Einrichtung Breipohls Hof in der Anwendung und tragen dort dazu bei, die Pflegequalität zu verbessern.

In sechs Themen-Workshops ging es um innovative Versorgungsmodelle und Nachbarschafts-Konzepte aus den Niederlanden, um erste Erfahrungen mit dem Einsatz von Robotern in der Altenhilfe, um virtuelles Lernen in der Fort- und Weiterbildung oder um zukunftsweisende Ideen der Arbeitsgestaltung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten den Care-Roboter „Pepper“ kennen lernen oder die Quiz-App „Supernurse“ ausprobieren und ihr Wissen damit spielend testen.

Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 präsentiert sich auf der MEDICA 2018 in Düsseldorf

Florian Kreker, Projektmanager vom Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL und Anton Pfeifer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des inIT, der Hochschule OWL (Foto: ZIG)

Vom 12. bis 15. November 2018 traf sich die internationale Gesundheitswirtschaft auf der weltgrößten Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf.  Im Rahmen des NRW-Gemeinsschaftsstands präsentierte sich die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 mit dem Partnerprojekt Smart Countryside.

Besonders gefragt war die Demonstration der automatischen und stabilen Bilderfassung, die nicht sichtbare Veränderungen des Körpers und Veränderungen des Gangbildes per Smartphone analysiert. Mithilfe von Signalverarbeitungsmethoden erkennt die Gesundheits-Anwendung „weCare“ automatisch das Gangverhalten des Nutzers. Hierzu dokumentieren mobile Geräte alltagsbegleitend und unaufdringlich z.B. das Gangbild älterer, dementer Menschen. Anschließend wird eine aufgenommene Gangstrecke anhand intrinsischer Merkmale auf Anomalien analysiert und liefert somit Rückschlüsse auf das Wohlbefinden des Menschen. „WeCare“ ermöglicht unter anderem eine frühzeitige Erkennung von Parkinson. Gefragt waren beim Projektteam vor Ort auch die anderen Themen der Projektwerkstatt Gesundheit 4.0: Vernetzte Kliniken, digital unterstützte Krankenhauslogistik, die telemedizinische ambulante Nachsorge Suchterkrankter oder Lösungen zur Gesundheitsversorgung in der ländlichen Region.

Meilensteine zur Gründung der Medizinischen Fakultät OWL erreicht

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat im Sommer 2017 die Gründung der Medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld beschlossen. Zugleich wurde die Universität Bielefeld gebeten, im engen Austausch mit den Ministerien für Kultur und Wissenschaft sowie Arbeit, Gesundheit und Soziales ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann haben sich heute vor Ort in Bielefeld persönlich über den Fortschritt der Planungen informiert. Dabei zeigte sich: Die Errichtung der Medizinischen Fakultät nimmt bereits deutliche Formen an.

Das Foto zeigt (von links nach rechts): Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld, Professorin Dr. med. Claudia Hornberg, Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät in Bielefeld, Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Foto: MAGS NRW

So hat die Universität den Planungsstand für die Medizinische Fakultät am 24. September 2018 beim Wissenschaftsrat eingereicht. Dieser wird das Konzept nun begutachten und anschließend seine Empfehlungen abgeben. Zudem befindet sich die Medizinische Fakultät seit heute (1. Oktober 2018) auch offiziell „in Gründung“ und hat mit der Gründungsdekanin Professorin Dr. med. Claudia Hornberg und weiteren wissenschaftlich Beschäftigten bereits das erste zugeordnete Personal. Bei ihrem Besuch in Bielefeld sprachen Pfeiffer-Poensgen und Laumann mit dem Rektor der Universität Bielefeld, Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Universität auch über die Überlegungen zum Studienmodell, zum Forschungsprofil und zu Klinikkooperationen sowie über die Planungen auf dem Campus und die Ausschreibung der ersten Professuren. Die Ministerin und der Minister nahmen heute darüber hinaus an der konstituierenden Sitzung des Externen Beirates teil, in dem neben Expertinnen und Experten der beteiligten Ministerien unter anderem auch Vertreterinnen und Vertreter der Ärzteschaft in Westfalen-Lippe und der ostwestfälischen Kommunen Mitglieder sind.

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Großes Lob für Modellprojekt „Stroke OWL“

Andreas Westerfellhaus, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, sieht gute Perspektiven für die Schlaganfall-Lotsen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Der Politiker eröffnete jetzt eine bundesweite Tagung in Gütersloh. „Ein großes Lob für Ihre Arbeit“, sagte der Bevollmächtigte der Bundesregierung für die Pflege. „Neue Versorgungsstrukturen müssen erprobt werden. Sie sind auf dem richtigen Weg. Lassen sie sich nicht durch Zweifler davon abbringen.“ 130 Fachleute aus ganz Deutschland stellten auf Einladung der Schlaganfall-Hilfe Modellprojekte zur besseren Versorgung von Schlaganfall-Patienten vor. Im Mittelpunkt stand ein erster Zwischenbericht des Modellprojekts STROKE OWL.

Sind optimistisch, dass Schlaganfall-Lotsen das Modell der Zukunft sind (von links): Sylvia Strothotte und Dr. Michael Brinkmeier (Vorstände der Schlaganfall-Hilfe), Kuratoriumsvorsitzende Dr. Brigitte Mohn und Staatssekretär Andreas Westerfellhaus. Bild: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Seit einem Jahr läuft das Projekt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Dabei betreuen 17 Schlaganfall-Lotsen Patienten ein Jahr lang nach dem Schlaganfall. Der Bund fördert das Projekt mit rund 7 Millionen Euro. Beteiligt sind alle Akut- und Rehakliniken in Ostwestfalen-Lippe.
160 Patienten wurden bis jetzt in das Projekt aufgenommen, bis Ende 2020 sollen es 2.000 werden. Ziel ist, dass Patienten zuhause optimal versorgt sind, Medikamente richtig einnehmen, ihren Lebensstil umstellen und Therapien wahrnehmen. So sollen wiederholte Schlaganfälle vermieden werden und die Patienten eine höhere Lebensqualität erhalten. Wie erfolgreich die Arbeit der Lotsen ist, untersucht die Universität Bielefeld in einer Studie.

Der Bund setzt hohe Erwartungen in das Projekt. Sollten sie sich erfüllen, wird das ostwestfälische Modell auf Deutschland ausgeweitet. „Im nächsten Jahr werden wir erste Ergebnisse vorlegen und darüber diskutieren, wie es nach der Modellphase weitergehen wird“, zeigte sich auch Stiftungsvorstand Dr. Michael Brinkmeier zuversichtlich.

Quelle: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (Pressemeldung, 21.09.18)

Patienten werden digital angemeldet

Bürgerstiftung Gütersloh unterstützt Rettungsdienst mit 36.000 Euro

Jede Minute zählt, wenn ein Notfallpatient vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht wird. Der Rettungsdienst im Kreis Gütersloh wird zukünftig wichtige Patientendaten digital in die Kliniken übermitteln, noch bevor der Patient dort eintrifft. Die Bürgerstiftung Gütersloh unterstützt mit 36.000 Euro die Einrichtung dieser „Digitalen Patientenvoranmeldung“. Am Projekt beteiligt sind der Rettungsdienst im Kreis Gütersloh, das Sankt Elisabeth Hospital und das Klinikum Gütersloh. „Wir möchten einen Beitrag leisten zur regionalen Gesundheitsversorgung und insbesondere zur verbesserten Behandlung von Notfallpatienten“, sagt Katrin Meyer, im Vorstand der Bürgerstiftung zuständig für die Projektarbeit. „Und die Summe von 36.000 Euro, die wir dafür bereit stellen, haben alle Gütersloher möglich gemacht, die zu unserem Bürgerbrunch gekommen sind“, ergänzt Sprecherin Brigitte Büscher. Das große Picknick am 1. Juli mitten in Gütersloh habe einen Erlös von 13.547 Euro erbracht, der Rest stamme aus dem Wixforth-Fonds Gesundheitswesen.

„Stellen Sie sich eine Situation wie diese vor: Ein Mann wird nach einem Verkehrsunfall mit einem Polytrauma, also einer lebensbedrohlichen Mehrfachverletzung, vom Rettungsdienst versorgt“, sagt Bernd Strickmann, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Gütersloh. „In kurzer Zeit müssen die wichtigsten Daten ins Krankenhaus durchgegeben werden. Bisher lief diese Kommunikation über die Leitstelle: Man hat telefoniert und handschriftliche, vielleicht schlecht leserliche Notizen gemacht. Da können Informationen verloren gehen – wie bei der stillen Post.“ Ab September werden nun alle Rettungsfahrzeuge im Kreis Gütersloh mit digitalen Eingabegeräten ausgestattet, so dass die Daten ohne Umweg und präzise direkt an die Kliniken geschickt werden können.

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Projektwerkstatt zum Wohl der Patienten

Fortschritt: Das Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL vernetzt Wissenschaft und Wirtschaft. Mit den entwickelten Innovationen soll die Versorgung der Bevölkerung verbessert werden.

Bielefeld. Ein Rollstuhl, der Fahrer eigenständig zum gewünschten Zielort fährt, eine App, die Krankheiten am Gangbild erkennt und digitale Schnittstellen, die Versorgungslücken nach einem Krankenhausaufenthalt schließen. In der Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 entwickeln Experten aus OWL Innovationen wie diese, um die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Das Ziel: Impulse zur Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung liefern.

Geben Impulse: Rolf Naumann (FH Bielefeld, v.l.), Annette Nauerth (FH Bielefeld), Uwe Borchers (ZIG OWL), Helene Dörksen (Hochschule OWL) und Jan Schnecke (ZIG OWL). Foto: Andreas Zobe

Zweieinhalb Jahre nach dem Start der Projektwerkstatt hat sich die Gesundheitsregion OWL verändert. Aktuelles Beispiel ist das Netzwerk „Digitale Orthopädietechnik“. Der Verbund aus Medizin, Orthopädietechnik und Forschung entwickelt Prothesen, die denken. „Sensoren in den Prothesen sollen in Echtzeit Daten liefern und die Hilfsmittel revolutionieren“, erklärt Uwe Borchers, Geschäftsführer des Zentrums für Innovation in der Gesundheitswirtschaft (ZIG) OWL. „Das Ziel der Entwicklung von Innovationen in der Gesundheit ist stets die Verbesserung der Patientenversorgung.“

Um das in möglichst vielen Bereichen zu erreichen, arbeitet das ZIG OWL als Entwicklungsagentur für die Region. „Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen, um Wachstum und Beschäftigung zu sichern und Innovationen und Projekte zu fördern“, erklärt Borchers. Dafür kooperiert das Zentrum seit April 2016 mit dem Institut für industrielle Informationstechnik der Hochschule OWL sowie dem Institut für Bildungs- und Versorgungsforschung und dem Institut für Systemdynamik und Mechatronik der Fachhochschule Bielefeld.

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Der Kreis Gütersloh und die Gemeinde Steinhagen starten Initiative für mehr Lebensqualität

Unter dem Motto „Gesund alt werden in Steinhagen“ trafen sich dreißig Aktive mit Pflegeverantwortlichen, Ehrenamtlichen und Vertreterinnen und Vertretern aus Kreisverwaltung und Kommune sowie der Kranken- und Pflegekassen im Rathaus der Gemeinde Steinhagen. Bürgermeister Besser betonte einleitend, dass es bei dieser Initiative um das zentrale Thema der Gesundheitssituation älterer Menschen und pflegender Angehöriger in der Kommune gehe. Das Projekt biete die Chance, neue Impulse für Prävention und Gesundheitsförderung im Alter zu entwickeln.

V.l.n.r.: Christel Kunz (Kreis Gütersloh), Julia Kruse (IKK classic), Thomas Johannwille (Bertelsmann BKK), Uwe Borchers (ZIG OWL), Prof. Dr. Christa Büker (FH Bielefeld), Klaus Besser (Bürgermeister Steinhagen), Angelina Stuckert (ZIG OWL) und Thomas Kuhlbusch (Kreis Gütersloh). Foto: ZIG.

Professorin Christa Büker von der FH Bielefeld stellte im Eingangsvortrag klar: „Alt ist nicht gleich krank!“ Vielmehr gehe es um Impulse zur Stärkung älterer Menschen wie auch ihrer pflegenden Angehörigen. In der Diskussion an drei Thementischen gaben vor allem die Vertreterinnen und Vertreter der Alten- und Seniorenarbeit konkrete Hinweise, wie das im kommunalen Gemeinwesen gelingen kann.

Deutlich wurde, dass vor allem die Belastungen pflegender Angehöriger eine der großen Herausforderungen sind. Büker: „Drei Viertel der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt.“ Die Gemeinde Steinhagen muss den Vergleich mit anderen Kommunen nicht scheuen: Vor Ort gibt es bereits ein gutes Netz an Unterstützungs- und Hilfsangeboten, das nun noch bekannter gemacht und weiter ausgebaut werden soll. Das Projekt soll helfen, niedrigschwellige Information und Zugänge zu stärken, damit auch die bestehenden Angebote häufiger genutzt werden.

 

 

 

 

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