3. Tagung der westfälisch-lippischen Regionalräte: Chancen der digitalen Medizin und Pflege nutzen

Die westfälisch-lippischen Regionalräte Arnsberg, Detmold und Münster haben am Montag, 10. September 2018, gemeinsam in der Fachhochschule Bielefeld getagt. Im Fokus stand das Thema „Gesundheit und Digitalisierung“. Die Mitglieder der drei Regionalräte diskutierten mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft die Herausforderungen und Chancen der digitalen Gesundheitsversorgung für die drei Regierungsbezirke.

Mit dieser dritten gemeinsamen Sitzung wollen die Regionalräte aus Arnsberg, Detmold und Münster als Wachstumsregionen das Zukunftsthema Digitalisierung in der Medizin und Pflege intensivieren und vorantreiben.

„Die Digitalisierung wird das Gesundheitswesen und die Versorgung in den kommenden Jahren entscheidend prägen. Eine sektorenübergreifende elektronische Kommunikation, wie sie heute in vielen Branchen selbstverständlich ist, findet nicht statt. Auch die Potenziale der Telemedizin sind bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Landesregierung will dies mit einer eigenen Strategie ändern“, so Dr. Edmund Heller, Staatssekretär im Ministerium Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

„Der Regionalrat Detmold hat schon 2017 einen Bericht zu den Zukunftsstrategien der Gesundheitsregion OWL herausgegeben. So setzen wir für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Lösungen auf die Stärken der Region und die Idee einer Allianz für Gesundheit, wobei wir eng mit der regionalen Gesundheitsagentur ZIG zusammenarbeiten. Eine erfolgreiche Vernetzung auf diesem Gebiet ist zudem ein wichtiger Faktor für die Standortentwicklung. Deshalb wollen wir gemeinsam mit den Regionen Münsterland und Südwestfalen auch hier die Zusammenarbeit intensivieren. Gute Gesundheit bedeutet mehr Wachstum und mehr Lebensqualität in Westfalen“, meint Reinold Stücke, Vorsitzender des Regionalrates Detmold.

Die Regionalratsvorsitzenden Reinold Stücke (Regierungsbezirk Detmold, l.), Engelbert Rauen (Münster, 2. v. l.) und Hermann-Josef Droege (7. v. l.) luden zur Tagung. Zu Gast waren die Präsidentin der FH Bielefeld Ingeborg Schramm-Wölk (v. l.), die Regierungspräsidenten Dorothee Feller (Bezirk Münster) und Marianne Thomann-Stahl (Bezirk Detmold), Hans-Josef Vogel (Bezirk Arnsberg) und Edmund Heller, Staatssekretär des NRW-Gesundheitsministeriums. (Foto: Wolfgang Rudolf)

„Das Gesundheitswesen befindet sich im Wandel. Die Digitalisierung eröffnet vielfältige Möglichkeiten, um die Versorgung von Patienten in den Städten und im ländlichen Raum zu verbessern und ihre Lebensqualität zu erhöhen. Prozesse in der Medizin und Pflege lassen sich spürbar vereinfachen. Auch die Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsbereich profitiert von einer Digitalisierung. Die innovativen Gesundheitsregionen Arnsberg, Münster und Detmold können diese Entwicklung mitgestalten und die regionale Wirtschaft weiter stärken“, sagte Marianne Thomann-Stahl, Regierungspräsidentin der Bezirksregierung Detmold.

„Wir sollten die Digitalisierung in Pflege und Gesundheit nicht mit Sorgen, sondern mit Chancen verbinden. Digitalisierung kann eine Basis sein für die Sicherung qualitativ gleichwertiger Lebensverhältnisse, indem auch außerhalb großstädtischer Ballungsräume Menschen mit technologischer Hilfe intensivere Unterstützung und medizinische Versorgung erhalten. Digitalisierung – richtig organisiert – muss Menschen nicht ersetzen, sondern kann Freiräume für mehr menschliche Zuwendung eröffnen“, so Hermann-Josef Droege, Vorsitzender des Regionalrates Arnsberg.

„In Westfalen wird schon aktuell in wichtigen Projekten an neuen Möglichkeiten der medizinischen Versorgung durch digitale Technik geforscht, teilweise wird sie schon konkret angewendet. Die Regionalräte unterstützen diese Aktivitäten und wünschen sich insbesondere, auf diesem Weg die medizinische Versorgung in den ländlichen Regionen zeitnah zu verbessern“, so Engelbert Rauen, Vorsitzender des Regionalrates Münster.

Die Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft beleuchteten in ihren Vorträgen unter anderem die Entwicklungen und Möglichkeiten intelligenter Technik zur Unterstützung der Pflegearbeit sowie den Einsatz von Telemedizin. Telemedizin bezeichnet die Diagnostik und Therapie über räumliche Distanz beispielsweise mithilfe von Videoübertragung. Weitere Themen waren die digitale Vernetzung der Krankenhäuser sowie Strategien für die Entwicklung der digitalen Gesundheitsversorgung in der Region.

Bei einem anschließenden Rundgang durch die Fachhochschule Bielefeld wurden das Labor Skills Lab, in dem pflegerische Kompetenzen den Studierenden praxisnah vermittelt werden, und zwei Forschungsinstitute besucht: das Institut für Bildungs- und Versorgungsforschung im Gesundheitsbereich (InBVG) und das Institut für Systemdynamik und Mechatronik (ISyM), die als Partner in der Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 mit dem Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft zusammenarbeiten. Die Teilnehmer informierten sich über aktuelle Projekte und Lernwelten. Sie verschafften sich beispielsweise einen Eindruck von biosignalgesteuerten Prothesen, vom digitalen Pflegebett der Zukunft sowie von sensitiven und interaktiven Robotern, die sich als Kooperationspartner für Menschen eignen.

Zu den rund 110 Teilnehmern der Tagung zählten neben den Mitgliedern der drei Regionalräte die Regierungspräsidenten/-innen der Bezirksregierungen Arnsberg, Münster und Detmold, die Regierungsvizepräsidenten/-innen der drei Bezirksregierungen, Mitglieder des Landtags sowie Regionalplaner.

Quelle: Pressemitteilung, Bezirksregierung Detmold, 10.09.2018