Archiv für das Jahr 2019

Hilfe im Alter und bei der Pflege

Paderborn. Wer als älterer Mensch alleine zu Hause lebt oder wer einen Angehörigen pflegt, fühlt sich mit seinen vielen Fragen häufig alleine gelassen. Das soll sich nun ändern. Der Kreis Paderborn will ihnen dabei helfen und hat ein neues Angebot ins Leben gerufen, das konkret und vor Ort helfen soll.


Landrat Manfred Müller drückt den Startknopf für mehr Hilfe im Alter und bei der Pflege. Mit dabei (von links) Stephanie Neumann (Caritasverband im Dekanat Büren), Günther Agethen (Sozialamt des Kreises Paderborn), Ulla Hoentgesberg (AWO-Kreisverband), Margot Becker (Sozialamt des Kreises), Patrick Wilk (Caritasverband Paderborn) und Vanessa Kamphemann (Diakonie). Foto: Meike Delang

Für diese Aufgabe hat sich der Kreis mehrere Wohlfahrtsverbände mit ins Boot geholt, die zusammen mit der Pflegeberatung des Kreises kostenlose Sprechstunden in jeder Stadt und Gemeinde anbieten. Durch die Beratung im Zweier-Team – mit einem Pflege-Experten und einem Berater für ergänzende Angebote und Hilfen sowie ehrenamtliche Nachbarschaftshilfen – gibt es erstmals eine Anlaufstelle, an die sich ältere oder pflegebedürftige Menschen sowie Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen mit allen Anliegen wenden können.

„Selbst für Kenner des Systems ist es schwierig, den Überblick darüber zu behalten, welche Angebote es wo gibt und wer für die Kostenübernahme zuständig ist“, weiß Patrick Wilk von der Caritas Paderborn. Deshalb begrüßt er die neue Initiative des Kreises.

Zusammen mit der Caritas Büren, der Diakonie und der Arbeiterwohlfahrt ist die Caritas Paderborn Partner des Kreises im »Kooperationsverbund Alter und Pflege« (KoAP), der eigens für dieses neue Angebot gegründet wurde.

Die Wohlfahrtsverbände bieten an vielen Orten unterstützende Angebote wie Kurzzeitpflege, Hauswirtschaftshilfen oder Mahlzeitendienste an. Beim neuen Beratungsangebot informieren sie alle Ratsuchenden aber neutral und über die Grenzen der eigenen Verbände hinaus. »Vorher mussten die Bürger alle Anbieter und Verbände abtelefonieren, um einen Überblick über das Angebot vor Ort zu bekommen. Dazu kommen dann noch viele ehrenamtliche Initiativen und Zusammenschlüsse, die zusätzlich recherchiert werden mussten. Durch diese unübersichtliche Angebotslage sind bisher viele wichtige Hilfen nicht bei den Menschen angekommen«, verdeutlicht Margot Becker, Sozialplanerin im Sozialamt des Kreises Paderborn.

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Medizin Seminar: Schrittmacher, Prothesen, Implantate

Paderborn. Es wird eines der größten Medizin-Seminare für Patienten und Ärzte, das es je in Paderborn gegeben hat: Im Audimax, dem größten Hörsaal der Uni Paderborn, geht es am Mittwoch, 20. Februar, um die Sicherheit von Medizin-Produkten.

Bei den Vorträgen geht es um Herzschrittmacher, Insulinpumpen und Glukosesensoren, Knie- und Hüftprothesen, Bandscheibenprothesen und Brustimplantate. Ihr Einsatz entscheidet über Leben und Tod, ermöglicht Mobilität oder kann nach Krebs dazu dienen, die Brust zu rekonstruieren. Doch die Verunsicherung in der Bevölkerung ist groß, denn immer wieder gibt es mit Medizin-Produkten auch Probleme.

Wir wollen die Patienten über die Sicherheit und das Risiko aufklären und Stellung beziehen. Wir wollen erklären, welche Unsicherheiten es bei Medizin-Produkten gibt“, erläutert Professor Dr. An­dreas Götte den Hintergrund.

Veranstalter des Seminars ist der Kreisärzteverein Paderborn. Professor Dr. Götte gehört dem Vorstand an. Wir haben beschlossen, in die Offensive zu gehen“, sagt der Mediziner. Schon der Skandal um gefährliche Brustimplantate hatte viele Patientinnen beunruhigt. Im Herbst hatte die TV-Sendung Report in der ARD dann auch noch über „Plastikschrott im Körper“ und „bröselnde Bandscheiben“ berichtet und damit die Verunsicherung weiter vergrößert.

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EvKB-Jahresempfang: Zukunft der Medizin

Durch den Festvortrag von SPIEGEL-Redakteur und Buchautor Thomas Schulz wurde auf dem 15. Jahresempfang des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) und des Krankenhauses Mara eine rege Diskussion angestoßen. Gut 300 Gäste debattierten angeregt über das, was die Medizin der Zukunft verspricht.

Die Medizin der Zukunft war Thema des EvKB Jahresempfangs 2019. Dr. Rainer Norden, Dr. Matthias Ernst, Dr. Maren Thäter, Thomas Schulz, Pastor Dr. Ingo Habenicht, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des EvKB (v. links) Foto: EvKB

Der Jahresempfang der beiden Betheler Krankenhäuser, dem EvKB und dem Krankenhaus Mara ist der Zeitpunkt, um noch einmal in Ruhe das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und aktuell durch den Festvortrag von Thomas Schulz, ganz weit nach vorne in die Zukunft zu schauen.

„2018 ist viel passiert. Wir haben mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie eine neue Klinik eingerichtet, 30 Millionen Euro in die Modernisierung des EvKB und des Krankenhauses Mara investiert und gehen offensiv den Fachkräftemangel an, indem wir die Schulen ausbauen, neue Ausbildungen anbieten sowie die Planung der Medizinischen Fakultät OWL an der Universität Bielefeld aktiv unterstützen“, erklärte in ihrer Begrüßung Dr. Maren Thäter als neue Vorsitzende Geschäftsführerin des EvKB. Seit Januar 2019 werden das EvKB und das Krankenhaus Mara von Dr. Maren Thäter und ihrem Geschäftsführerkollegen Dr. Matthias Ernst geleitet. Dr. Rainer Norden ist von der Position des Vorsitzenden Geschäftsführers in die des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden des EvKB gewechselt. Als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel war seine Aufgabe als Vorsitzender Geschäftsführer im EvKB zeitlich begrenzt: „Dafür waren ein bis zwei Jahre eingeplant. Daraus sind sieben Jahre geworden, in denen wir die Aufgabe hatten, das Klinikum wieder als ein Teil von Bethel sichtbar zu machen – und das ist durch die ungeteilte Unterstützung von Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwingschen Stiftungen Bethel, gelungen“, so Norden in seinen Begrüßungsworten vor rund 300 Gästen, die voller Spannung den Festvortrag von Thomas Schulz erwarteten.

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Medizin-Fakultät gibt Uni neues Gesicht

Bielefeld. Die Neugründung der Medizinischen Fakultät an der Universität wird enorme Auswirkungen haben auf die Stadt, die Hochschule selbst sowie dem Campusgelände. Sichtbar wird das zunächst vor allem durch neue Gebäude. Es gibt mittlerweile konkrete Vorstellungen der Uni-Leitung, wo die entstehen sollen – und wo nicht. So schließt die Uni jetzt – trotz Baufeldern mit Baurecht – eine Expansion südlich der Wertherstraße, neben dem Gebäude des ZiF (Zentrums für interdisziplinäre Forschung) aus. Im Blick sind stattdessen Flächen entlang der Straßen Morgenbreede und Konsequenz südlich des Hauptgebäudes.

Mögliche Veränderung des Campus Bielefeld. Foto: Universität Bielefeld

Wie berichtet hat die Uni klare Pläne. Sie sehen vor, das ICB (Innovationszentrum Bielefeld) vollständig zu übernehmen – „gekauft oder langfristig angemietet“, wie Uni-Sprecher Ingo Lohuis auf Anfrage mitteilt. „Dazu laufen aktuell Gespräche mit der Eigentümerin BGW, der Stadt und dem Land.“ Eine abschließende Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Gut 30.000 Quadratmeter groß ist der Riegel am Eingang der Morgenbreede, ideal für den Start der Fakultät 2021, weil er bald fertig gestellt ist. Aber er ist noch nicht ausreichend für den Vollbetrieb mit etwa 100 Professoren, 500 Mitarbeitern und 2.000 Studenten ab spätestens 2025. Dafür müssen mehr Nutzflächen her. Im Blick ist die Parkfläche neben dem ICB vor den Studentenheimen. Dort könnte ein Neubau anschließen. Weiter soll es gehen auf dem Gelände des heutigen H-Teils der Uni, von wo aus heute die Sanierung des Unihauptgebäudes durch den Landesbetrieb BLB geleitet wird. Damit aber nicht genug: Einige Hundert Meter weiter erforschen Biologen das Verhalten von Tieren in einem sehr in die Jahre gekommenen Betonklotz. Das soll zugunsten eines Neubaus für die Mediziner weichen; die Biologen würden ebenfalls ein neues Domizil erhalten. „Wir brauchen den funktionalen Zusammenhang mit dem Unihauptgebäude, denn Teile der aktuellen Fakultäten wie Biologie, Chemie und Gesundheitswissenschaften werden Beiträge zum Lehrangebot der Medizinischen Fakultät leisten“, erklärt Lohuis. Dafür sei räumliche Nähe nötig. Zugleich schließen sich deswegen andere Optionen aus – etwa ein Fakultäts-Gebäude auf dem Campus Nord. Vom Tisch ist dem Vernehmen nach ebenso eine Verlängerung der Hauptgebäude-Zähne.

Die Uni-Leitung favorisiert für die Medizin-Fakultät eindeutig ein Konzept mit mehreren, nahe beieinander liegenden Bauten. Der Vorteil gegenüber einem einzigen, großen Gebäude liegt auf der Hand: Das Studium könnte im jetzigen, fast fertig gestellten ICB ab 2021 garantiert losgehen, weitere Flächen könnten nach und nach dazu kommen bis 2025 – flexibel und schnell je nach Bedarf. Ein Großneubau für die Fakultät wäre hingegen frühestens 2025 fertig und müsste etwa so groß werden wie die neue Fachhochschule auf dem Campus Nord.

Für die Planungssicherheit gibt es einen weiteren Wunsch: „Die Universität möchte selbst als Bauherrin bei den Neubauten aktiv werden. Auch dazu laufen aktuell die Gespräche“, sagt Lohuis.

Wenn die Ministerien in Düsseldorf mitziehen, könnte noch in diesem Jahr Planungssicherheit und sogar vereinzelt Baubeginn sein. Die Investitionssumme wird auf knapp eine halbe Milliarde Euro geschätzt.

Vorgesehen ist der Start des Studienbetriebs an der Fakultät mit Schwerpunkt chronische Krankheiten und Behinderungen im Wintersemester 2021/2022 mit 48 Studenten im ersten Semester und 48 Studenten in höheren Semestern.

Quelle: „Medizin-Fakultät gibt Uni neues Gesicht“ (Neue Westfälische, 03.02.2019)

Stiftung Eben-Ezer setzt auf neue Versorgungmodelle im ländlichen Raum

Die Stiftung Eben-Ezer (Lemgo) ist gemeinsam mit Diakonie ambulant gGmbH (Detmold) seit Kurzem neues Mitglied im ZIG. Beim Informationsbesuch besichtigten Geschäftsführer Uwe Borchers und Projektmanager Jan Hendrik Schnecke vom ZIG das Therapeutische Zentrum der Stiftung. Die Gäste aus Bielefeld tauschten sich mit Eben-Ezer Vorstand Pastor Dr. Haase und Udo Zippel sowie  Marianne Ulbrich, Geschäftsführerin von Diakonie ambulant gGmbH und Prof. Dr. Frank Dieckbreder aus.

Beim Informationsbesuch in der Stiftung Eben-Ezer lernten ZIG OWL Geschäftsführer Uwe Borchers und Projektmanager Jan-Hendrik Schnecke ( 2. u .3 v. l.) auch das Therapeutische Zentrum kennen. Dessen Leiter Prof Dr. Frank Dieckbreder, Diakonie Ambulant gGmbH Geschäftsführerin Marianne Ulbrich sowie Udo Zippel und Pastor Dr. Bartolt Haase (v. rechts) wollen durch die Mitgliedschaft im ZIG OWL zukunftsfähige Entwicklungen in der Gesundheitswirtschaft fördern und daran teilhaben. (Foto: Stiftung Eben-Ezer)

Prof. Dieckbreder leitet derzeit den medizinisch psychologisch therapeutischen Bereich der Stiftung. Er berichtete von der Notwendigkeit des Umbaus der Finanzierung der Klinischen Abteilung im Therapeutischen Zentrum. Neue Versorgungsmodelle für Patienten und unterstützungsbedürftige Personen im ländlichen Raum sind ebenfalls ein Thema des ZIG und wurden in der Eben-Ezer Runde diskutiert. Beispiele sind das Gespräch mit dem Arzt auf digitalem Wege oder die technische Unterstützung im Wohnen durch „intelligente“ Geräte, die quasi mitdenken.

Borchers, Haase und Zippel unterstrichen das gemeinsame Interesse an einer stärkeren öffentlichen Wahrnehmung der Gesundheitswirtschaft als bedeutsam für Wohlstand und Wirtschaftswachstum. Der Gesundheitssektor sei ein Wachstumskern der Volkswirtschaft mit mehr Beschäftigten als in der Autoindustrie. In der gesundheitspolitischen Diskussion müsse es deshalb weniger um Kosten und mehr um regionale Wachstumschancen und Lebensqualität der Menschen vor Ort gehen.

Gesundheits-Aktionstag Steinhagen: Damit der Antrieb auch im Alter bleibt

Steinhagen. Wenn es um ihre Gesundheit geht, liegen den Steinhagenern im Alter ab 55 Jahren vor allem drei Themen am Herzen. Das hat jetzt die Bürgerbefragung zum Projekt »Gesund alt werden in Steinhagen« ergeben. Was jeder selbst tun kann, welche Hilfe und anderen Möglichkeiten es gibt, zeigt erstmals ein Aktionstag am 3. Februar.

Gesund und fit bis ins hohe Alter will wohl jeder bleiben. Dafür ist unter anderem Bewegung wichtig. Welche Angebote es in Sachen Sport, Ernährungsberatung, Pflege und Betreuung gibt, zeigen am 3. Februar 29 Aussteller im Steinhagener Rathaus. Foto: dpa

Mehr als 80 Antwortbögen hat die Gemeinde aus der Befragung zurück bekommen. Bürger ab etwa 55 Jahren konnten Anregungen formulieren, etwa welche Angebote in Steinhagen ausgebaut werden sollten oder was vielleicht noch fehlt. Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Gemeinde, des Kreises und der Krankenkassen IKK classic und Bertelsmann-BKK. Hintergrund des Projektes ist der zunehmende Altersdurchschnitt der Gesellschaft.

Übergang in den Ruhestand mehr thematisieren

Projektmanagerin Angelina Stuckert vom Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL (ZIG) hat bei der Auswertung vor allem drei wiederkehrende Themen ausgemacht: »Die Leute wünschen sich noch mehr Angebote zur Bewegungsförderung, noch mehr Beratung in Sachen gesunder Ernährung, außerdem Informationsangebote für ihren bevorstehenden Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand«, zählt Stuckert die genannten Hauptanliegen auf.

Zwar gibt es in Steinhagen bereits eine Reihe passender Anlaufstellen und Angebote; Pflegeberater Stefan Hellweg nennt etwa den in gedruckter Form erhältlichen Seniorenwegweiser und die Pflege- und Wohnberatung bei ihm im Rathaus. Aber er weiß auch: »Vieles ist noch nicht bekannt genug. Daher stellen die Initiatoren des Projekts ›Gesund alt werden‹ jetzt den ersten Steinhagener Gesundheits-Aktionstag auf die Beine.«

29 Aussteller informieren im Rathaus

Am Sonntag, 3. Februar, stellen im Rathaus insgesamt 29 Institutionen ihre Beratungs-, Hilfs- und weiteren Angebote vor. Mit dabei sind dann unter anderem Kreissportbund, Sportvereinigung und Heimatverein Brockhagen, DRK und Evangelische Kirchengemeinde, Pflegeberater und Pflegedienste, Seniorenbetreuer und die AWO, um nur einige zu nennen. »Außerdem gibt es Mitmach-Aktionen wie einen Herz-Kreislauf-Check, Outdoor-Fitness für Mütter, ein Muskel-Probetraining und einen Alltags-Fitness-Test«, zählt Bürgermeister Klaus Besser weitere Programmpunkte auf.

»Die Veranstaltung läuft von 11 bis 16 Uhr, dazu gibt es mehrere Fachvorträge«, sagt Stefan Hellweg. »Das Ganze richtet sich an alle interessierten Besucher; als Haupt-Zielgruppe wollen wir Menschen von etwa 55 Jahren an aufwärts ansprechen.« Denn viele Präventionsangebote, wie sie etwa Krankenkassen anbieten und bezuschussen, würden zum Großteil von jüngeren Teilnehmern genutzt, berichtet Thomas Johannwille vom Vorstand der Bertelsmann-BKK. »Dabei geht es darin genauso um Ältere«, betont er.

»Jeder möchte gesund und glücklich alt werden, dabei möglichst lange selbstbestimmt leben«, sagt auch seine Kollegin Miriam Wigand. »Deswegen wollen wir Gesundheits- und Unterstützungsangebote für ältere Menschen und auch für pflegende Angehörige in Steinhagen nachhaltig verbessern und bekannt machen.

So viel wie möglich selbst in die Hand nehmen

Klaus Besser ruft dazu auf, vorhandene Möglichkeiten zu nutzen: »Vor dem Hintergrund, dass die Menschen eine steigende Lebenserwartung haben, gleichzeitig mit höherem Alter Gesundheitsrisiken, Hilfs- und Pflegebedürftigkeit zunehmen, ist es wichtig, dass jeder so viel wie möglich für seine Gesundheit und damit seine Lebensqualität selbst tut – durch Bewegung, gesunde Ernährung oder gemeinsame Unternehmungen mit Gleichgesinnten.«

Weitere Vortrags- und Diskussionsabende

Zum Projekt »Gesund alt werden in Steinhagen« sind weitere Veranstaltungen geplant, die jeweils um 18 Uhr im Ratssaal beginnen: »Aktiv in den Ruhestand« (11. Februar), »Selbstständig bis ins hohe Alter« (25. Februar), »Umgang mit Demenz« (4. März), »Plötzlich pflegebedürftig – was tun, wer hilft?« (11. März), »Veränderungen in der Lebensplanung« (18. März), »Leben bis zum Abschiednehmen« (1. April).

Quelle: Westfalen-Blatt Online (15. Januar 2019)

IT NRW: Arztpraxen auf dem Land versorgen dreimal so viele Einwohner wie in städtischen Gebieten

Im ländlichen Raum betreuen Arztpraxen im Schnitt mehr als dreimal so viele Einwohner wie in städtischen Gebieten

Düsseldorf. Jede der 18 865 Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen war 2016 rein rechnerisch für 939 Menschen zuständig. Im ländlichen Raum betreuen die Arztpraxen laut einer Studie des Statistischen Landesamtes im Schnitt mehr als dreimal so viele Einwohner wie in städtischen Gebieten. Neben Daten zur Verteilung der Arztpraxen stellte Hans-Josef Fischer, Präsident des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen, heute in einer Pressekonferenz in Düsseldorf weitere statistische Ergebnisse zur Gesundheit und Gesundheitsversorgung in NRW vor.

Einwohner je Arztpraxis in NRW 2016 nach Raumtyp und Art der Praxis. Foto: IT.NRW

Fischer führte aus, dass 13,8 Prozent der NRW-Bevölkerung 2017 angaben, krank gewesen zu sein und die Gesundheitsausgaben in NRW im Jahr 2016 bei 4 344 Euro pro Kopf lagen. Außerdem hat jedes NRW-Krankenhaus 2017 rein rechnerisch 13 400 Patienten behandelt und bei 14,5 Prozent der Patienten in NRW-Krankenhäusern wurden 2017 Krankheiten des Kreislaufsystems diagnostiziert.

Quelle: IT.NRW

Land Nordrhein-Westfalen will Aufbau einer Pflegekammer mit fünf Millionen Euro unterstützen

Minister Karl-Josef Laumann hat die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter den Pflegefachkräften in Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Die Befragung sollte klären, ob und wenn ja, in welcher Form eine Interessenvertretung für die Pflege in Nordrhein-Westfalen gegründet werden soll. 86 Prozent der insgesamt 1.503 Befragten wünschten sich grundsätzlich eine Interessenvertretung.

Düsseldorf. 59 Prozent befürworteten ausschließlich die Gründung einer Pflegekammer, während sieben Prozent für einen Pflegering plädierten. 20 Prozent befürworteten sowohl die Errichtung einer Pflegekammer als auch eines Pflegerings. Acht Prozent haben sich gegen eine Interessenvertretung für die Pflege ausgesprochen. Sechs Prozent waren unentschlossen.

Organisiert: Die Pflegekräfte in NRW gehören künftig einer Kammer an. Grafik: MAGS

„Das Ergebnis zeigt: 79 Prozent der Pflegefachkräfte wollen eine Pflegekammer. Dass die Pflegekammer eine so deutliche Mehrheit bekommen hat, freut mich natürlich sehr. Das ist aber auch ein eindeutiges Zeichen an die Politik, die Entscheidung nun möglichst schnell umzusetzen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Pflege zu einem selbstbewussten und emanzipierten Berufsstand zu machen“, so Minister Laumann.

Die Befragung wurde von Oktober bis November 2018 durchgeführt und von August bis November 2018 von einer Informationskampagne begleitet. Pflegekräfte konnten sich hierzu in gedruckten Medien, auf einer eigenen Homepage und in 131 vom Land geförderten Multiplikatoren-Veranstaltungen informieren.

„Die Entscheidung muss nun konsequent umgesetzt und die Pflegekammer zügig errichtet werden. Mein Ziel ist es, dass der entsprechende Gesetzentwurf noch vor der Sommerpause im Landtag eingebracht wird“, erklärte Laumann. „Ich möchte die Kammer zu einer starken Stimme für die Pflege machen. Das funktioniert allerdings nur, wenn ihr wichtige Aufgaben nach dem Vorbild der Ärztekammern übertragen werden. Ich hoffe dabei auf einen engen und intensiven Dialog mit den Pflegeverbänden. Denn: Nur eine starke Pflegekammer kann auf Augenhöhe mit den anderen Akteuren im Gesundheitswesen agieren.“

So soll die Kammer beispielsweise die Qualität der Pflege sichern, Standards für eine gute Berufsausübung festlegen und überwachen sowie Fort- und Weiterbildungsangebote entwickeln. „Wir werden den Aufbau der Pflegekammer finanziell mit fünf Millionen Euro unterstützen“, sicherte Minister Laumann zu. Langfristig finanziert sich die Kammer aus Gebühren und Beiträgen ihrer Mitglieder.

Quelle: Pressemitteilung, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (09.01.2019)

Download Ergebnisbericht: www.interessenvertretung-pflege.nrw.de

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