Archiv für das Jahr 2018

Deutscher Pflegepreis 2018 – Zwei Preisträger aus OWL

Berlin, 14. März 2018. Im Vorfeld des Deutschen Pflegtages verlieh der Deutsche Pflegerat den diesjährigen Pflegepreis. Zwei der Gewinner kommen aus OWL: Das Quartiersprojekt Gemeinsam in Steinheim – GeiSt, getragen von der Stadt Steinheim und dem Ev. Johanneswerk, und die erste „Botschafterin der Pflege“ – Krankenschwester Margarete Albrecht vom Epilepsie-Zentrum Krankenhaus Mara, Bielefeld Bethel. Mit Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, stellt Nordrhein-Westfalen insgesamt drei der diesjährigen Preisträger.

GEIMEINSAM IN STEINHEIM – GEIST

Das „Projekt Gemeinsam in Steinheim – GeiSt“ wurde als Bürgerinitiative zur Bewältigung des demografischen Wandels in der Region und mit Unterstützung von Bürgermeister und Rat der Stadt Steinheim begonnen. Zwischen 2014 und 2017 entstand dann das Projekt GeiSt: Das neue Quartier bezieht sich auf die Kernstadt Steinheim. Es entstand eine stationäre Einrichtung für 48 Bewohner, 28 barrierefreie Wohnungen für ältere und pflegebedürftige Menschen und ein Begegnungszentrum mit zahlreichen Kultur- und Freizeitangeboten. Für den laufenden Betrieb wurde das Evangelische Johanneswerk angesprochen, das die Personalverantwortung für das laufende Quartiersmanagement trägt. Herzstück ist ein neuartiges Quartiersmanagement mit folgenden sechs Schwerpunkten: Ein Netzwerk kleiner Hilfen im Alltag, Entlastung pflegender Angehöriger, Hilfen für Familien mit an Demenz erkrankten Angehörigen, Teilhabe der Bürger*innen im Quartier, (pflegerische) Krisenintervention und Netzwerkarbeit sowie regelmäßiges Angebot eines offenen Mittagstischs im Quartier.

Geschäftsführer des Alters-Instituts Bodo de Vries als Projektträger von GeiSt: „Der Pflegeinnovationspreis ist eine wunderbare Bestätigung für unser neuartiges Konzept und gleichzeitig Ansporn für die weitere Arbeit. Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung und werden das Preisgeld für unsere Bürgerstiftung verwenden.“

Quelle: Deutscher Pflegepreis

ERSTE „BOTSCHAFTERIN DER PFLEGE“ KOMMT AUS BIELEFELD

Einhellig sprach die Jury den Preis „Botschafterin der Pflege“ Margarete Albrecht zu, die seit 15 Jahren am Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld tätig ist, davon acht Jahre als Primäre Pflegekraft. Ausschlaggebend waren für die Jury zwei Punkte: Erstens: Dass sich Margarete Albrecht in ihrem Beruf kontinuierlich weiterentwickelt hat und nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenschwester noch ein Studium absolvierte. Zweitens: Dass sie als akademisierte Pflegende weiterhin in der direkten Patientenversorgung tätig ist und sich im engen Kontakt zu Kindern und Eltern befindet.

Margarete Albrecht, Preisträgerin Deutscher Pflegepreis 2018. Foto: WDR

BVUK.-Geschäftsführer Michael Reizel: „Frau Albrecht hat den Preis mehr als verdient. Sie ist nicht nur eine versierte und beliebte Pflegende, sondern sie ermutigt mit ihrem Vorbild zur akademischen Qualifikation, sie ist Lehrbeauftragte und engagiert sich zudem noch für Kinder und Jugendliche in ihrer Kirchengemeinde.“

Als gänzlich neue Kategorie des Deutschen Pflegepreises wird der Preis „Botschafter der Pflege“ verliehen. Institutionen aus dem Pflegebereich aus ganz Deutschland waren eingeladen, besonders erfolgreiche und außergewöhnliche Mitarbeiter als mögliche Preisträger zu nominieren. Im Fokus stand dabei die stationäre Pflege in Krankenhäusern. Neben dem Nachweis überdurchschnittlicher Leistungen ging es darum, preiswürdige Kandidaten zu finden, die geeignet sind, jungen Menschen mit ihrer Persönlichkeit Mut zu machen, die eigene berufliche Zukunft in der Pflege zu suchen.

Quelle: Deutscher Pflegepreis

DRITTER PREISTRÄGER AUS NRW: KARL-JOSEF LAUMANN

Karl-Josef Laumann, Preisträger Deutscher Pflegepreis 2018. Foto: DPR

Karl-Josef Laumann, Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales NRW und ehemaliger Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, erhielt ebenfalls den Deutschen Pflegepreis. Laumann habe Meilensteine in der Pflege gesetzt; sei es bei der Entbürokratisierung der Pflegedokumentation, beim Pflegeberufereformgesetz, für die Mitbestimmung der Pflegefachpersonen in Pflegekammern sowie für mehr Pflegefachpersonen und eine bessere Bezahlung. Die Pflege in Deutschland sei dank ihm ein gutes Stück vorangekommen.

Seit 1999 verleiht der Deutsche Pflegerat den Pflegepreis an Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich durch ihr Wirken um die Pflege besonders verdient gemacht haben.

zur Website Deutscher Pflegepreis

Andreas Westerfellhaus Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung

Andreas Westerfellhaus, ehemaliger Präsident des Deutschen Pflegerats und Geschäftsführer der ZAB – Zentrale Akademie für Berufe im Gesundheitswesen in Gütersloh, ist neuer Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung.

Andreas Westerfellhaus. Foto: DPR

Westerfellhaus ist als gelernter Pfleger ein absoluter Kenner der Pflege. Zu seiner Zeit als Präsident des Pflegerats hatte er dafür gekämpft, den professionell Pflegenden eine stärkere Stimme in Politik und Gesellschaft zu geben, unter anderem durch seine Fürsprache zur bundesweiten Einführung von Pflegekammern. Die Berufung ist „für die professionell Pflegenden mehr als ein deutliches Zeichen, dass ihre Belange endlich in den Mittelpunkt der Politik rücken“, machte Franz Wagner, aktueller Präsident des Deutschen Pflegerats, deutlich.

Westerfellhaus folgt auf Karl-Josef Laumann folgen, der 2017 als Gesundheitsminister nach Nordrhein-Westfalen wechselte. Zuletzt wurde das Amt von Ingrid Fischbach ausgeübt.

Meldung des Bundesministerium für Gesundheit

Pressemitteilung Deutscher Pflegerat

e-Pflege: Eine Frage der Ethik?

Pflegen-Online-Interview zum Deutschen Pflegetag 2018

Wird digitale Technik die Pflege entlasten oder entpersonalisieren? Uwe Borchers setzt auf „High Care“ als Mischung aus High-Tech und menschlicher Zuwendung. „Die Analyse und Nutzung großer Datenmengen bietet Chancen für individualisierte Pflege, mehr Pflegequalität und eine intensivierte Professionalisierung der Pflegeberufe“. Wie Big Data und technische Lösungen die Pflegebranche verändern werden, erläutert der Geschäftsführer des ZIG und Programmbeirat beim Deutschen Pflegetag 2018 im Interview mit pflegen-online (26. Februar 2018).

zum vollständigen Interview

Honorarprofessur für Dr. Carsten Tiemann

Honorarprofessor Dr. Carsten Tiemann (Mitte) mit dem IuM-Dekan Prof. Dr. Lothar Budde und der Präsidentin Prof. Dr. Schramm-Wölk.
(Foto: Detlev Grewe-König)

Wir gratulieren unserem langjährigen Mitglied Dr. Carsten Tiemann zur Honorarprofessor im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik an der Fachhochschule Bielefeld. Prof. Tiemann lehrt bereits seit 2007 im Studiengang Apparative Biotechnologie mit dem Schwerpunkt „Molekulare Analytik“.

Seit 1997 leitet Prof. Tiemann die Abteilung für Molekulare Diagnostik, Schwerpunkt Infektionserregerdiagnostik – Viren/Bakterien, im Labor Krone in Bad Salzuflen. Der Nachweis von Infektionserregern und die Analyse genetischer Veränderungen sind wesentliche Aufgaben dieses Arbeitsbereiches. Die Erstellung forensischer DNA- und Abstammungsgutachten für Gerichte, Behörden und private Auftraggeber ist ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt. Professor Tiemann ist als Geschäftsführer und Mitgesellschafter in der LABCON-OWL GmbH zudem verantwortlich für klinische Studien und Evaluationen im Bereich der molekularen Diagnostik.
(Quelle: Pressemitteilung, FH Bielefeld)

Das digitale Dorf: Innovative Lösungsansätze für die ländliche Versorgung

Die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 und das Projekt Smart Countryside präsentieren Zwischenergebnisse auf dem Zukunftsforum ländliche Entwicklung in Berlin.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die Lebensqualität in den ländlichen Räumen attraktiver zu gestalten und den Menschen auch in wirtschaftlich schwächeren Regionen aussichtsreiche Perspektiven bieten zu können.“ Mit diesem Versprechen eröffnete Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt das 11. Zukunftsforum ländliche Entwicklung am 24. Und 25. Januar in Berlin. Über 1.100 Akteure aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft diskutierten zum Thema „Dynamik und Vielfalt – Potenziale der ländlichen Räume nutzen.“ Gemeinsam mit dem Partnerprojekt Smart Countryside präsentierte die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 den rund 200 Gästen im Begleitworkshop „Das Dorf von morgen: Herausforderungen und Perspektiven im digitalen Zeitalter“ eine Auswahl an Möglichkeiten, Gesundheit für alle im ländlichen Raum zu schaffen. Unter dem Motto „Stadt-Land-Schluss?“ präsentierte die Projektwerkstatt regionale und überregionale Lösungen für die Gesundheitsversorgung sowie innovative Produktideen im Bereich Mensch-Technik-Interaktion. Dabei ging es u.a. um die telemedizinischen Dienstleistungen des Instituts für angewandt Telemedizin beim Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen sowie um die Smart Care Control der Firma Hermann Bock GmbH aus Verl, das professionell Pflegende entlastet, indem Vitaldaten im Pflegebett automatisch aufgenommen und an das Pflegeinformationssystem übermittelt werden.

Florian Kreker, Projektmanager der Projektwerkstatt Gesundheit 4.0

Prof. Dr. Hans-Günter Henneke, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Landkreistags legte Wert darauf, „dass der Staat die Urbanisierung nicht aufhalten kann. Aber er kann Anreize schaffen, dass die Menschen bleiben wollen.“ Dies unterstrich auch Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes. Sie sieht „eine drohende Verödung des ländlichen Raums. Die dort lebenden Menschen haben das Gefühl abgehängt zu sein, dem müsse entgegengewirkt werden.“ Der Frage von Prof. Dr. Stephan G. Humer, ob es zu spät ist die ländliche Entwicklung mitzugestalten, entgegnete die Projektwerkstatt mit praktischen Beispielen. „Es ist jetzt an der Zeit, die Zukunft im ländlichen Raum mitzugestalten. Sie sind eingeladen, sich daran zu beteiligen“, so Florian Kreker, Projektmanager für die Projektwerkstatt Gesundheit 4.0 beim ZIG.

Intensivpflege mit Durchblick – Digitale Datenbrille vereinfacht den Pflegealltag

Gute Gesundheitsversorgung wird in Zukunft nur möglich sein, wenn die Chancen der Digitalen Technik auch im Pflegealltag genutz werden. Heinrich Recken vom Studienzentrum Essen der Fernhochschule Hamburg arbeitet am Projekt „Ambulante Intensivpflege unter Zuhilfenahme einer Pflegebrille“: Die Pflegebrille vereinfacht pflegerische Arbeitsprozesse durch das Abrufen visueller Patientendaten. Beim 18. OWL Forum Gesundheitswirtschaft hatte Recken die digitale Pflegebrille vorgestellt. Pflegekräfte können damit beispielsweise Pflegepläne, Anleitungen für Medizintechnik-Geräte oder Beatmungsdaten mobil abrufen. Sie haben im Pflegealltag die Händen frei und sind nicht an einen Monitor gebunden. Die Pflegebrille soll vorrangig bei der zeit- und kostenintensiven Behandlung von Patienten in der Intensivpflege helfen und eine Verbesserung der Pflegesituation im ambulanten und stationären Bereich unterstützen. Auch pflegende Angehörige und Freunde können die Brille bei der häuslichen Pflege von Intensivpatienten verwenden.

Download: Neue Westfälische, 19.01.2018 (Bericht: Peter Stuckhard)

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