Archiv für das Jahr 2017

Klinikum Lippe und Ärztenetz Lippe gründen bundesweit einmalige Case-Management-Gesellschaft

Im Dezember 2016 gründeten das Klinikum Lippe und das Ärztenetz Lippe 2016 die bundesweit erste und einmalige Case-Management-Gesellschaft zur Unterstützung von älteren und chronisch erkrankten Menschen.

Ziel ist es, mit einer Kümmerer-Struktur den gesamten Versorgungsprozess älterer und chronisch kranker Menschen im häuslichen Bereich zu unterstützen. Besonders wichtig ist der Übergang von einer stationären Behandlung in die eigene Wohnung, strukturell geprägt durch Versorgungsbrüche und wechselnde Zuständigkeiten. Ältere, gesundheitlich eingeschränkte Menschen sind häufig mit der Organisation des Haushaltes, der Pflege und dem bürokratischen Aufwand, verursacht durch Abrechnungen, Anträge etc. überfordert und benötigen Unterstützung „aus einer Hand“. Ziel ist es, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und Patientinnen und Patiente möglichst viel Selbständigkeit im gewohnten Umfeld zu erhalten. Davon profitieren am Ende Patienten, Angehörige, Ärzte und Leistungsträger.

Die Gründung der Management Gesellschaft geht auf ein Förderprojekt (EFRE NRW) aus den Jahren 2010-2014 zurück. In diesem Zeitraum erprobten das Klinikum Lippe und das Ärztenetz Lippe gemeinsam mit dem ZIG die Einführung von Gesundheitslotsinnen. Im genannten Zeitraum wurden von 4 zusatzqualifizierten Krankenschwestern des Klinikums ca. 950 Menschen unterstützt. Alle Beteiligten und auch die Krankenkassen waren vom Nutzen des Projektes überzeugt, so dass zum Jahresende 2016 die Überführung in die eigenständige RVL – Regionales Versorgungskonzept Lippe – GmbH erfolgte.

Die Kümmerer-Struktur im Kreis Lippe steht nun auf einer soliden Basis. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und zunehmender Pflegebedürftigkeit der Bevölkerung sollte das Projekt bundesweit Schule machen.

Pressemeldung Lippische Landeszeitung 18.1.2017

Lüneburger Alterslotsinnen – „Kümmerer am Küchentisch“

Seit Mitte 2016 sind im Landkreis Lüneburg die „Lüneburger Alterslotsinnen“ unterwegs. Das Projekt baut unter anderem auf den Erfahrungen aus dem „Regionalen Versorgungskonzept Geriatrie“ aus dem Kreis Lippe auf und wird vom ZIG wissenschaftlich begleitet.

Ziel ist es, ältere Menschen mit zunehmendem Pflege- und Versorgungsbedarf in der häuslichen Umgebung optimal zu versorgen – mit Gesundheits- und mit hauswirtschaftlichen Leistungen. Damit sollen Pflegebedürftigkeit vermieden und die ambulante Versorgung von älteren Menschen im häuslichen Umfeld gestützt werden. „Kümmerer am Küchentisch“ helfen als kompetente und vertrauensvolle Partner bei der Lebensführung eingeschränkter Personen. Derzeit betreuen drei Fachkräfte etwa 70 Menschen im Landkreis. Die Leistungen reichen von der Planung und Gestaltung  des Alltags bis hin zur Koordination und/oder Durchführung von Pflegeleistungen sowie der Unterstützung bei Anträgen z. B. auf Einstufung in einen Pflegegrad. Im Mittelpunkt stehen die Mitbestimmung der PatientInnen und der engmaschige Austausch mit den Hausärzten. Profitieren können davon alle: Pflegebedürftige Menschen werden unterstützt, möglichst lange mit dem nötigen, aber möglichst geringen Aufwand in ihrer Wohnung zu leben. Ärzte und Sozialdienste werden entlastet, wovon am Ende auch die Krankenkassen profitieren.

Kooperationspartner: Landkreis Lüneburg, Hausärzte, Pflegedienste, stationäre Pflegeeinrichtungen, Senioren- und Pflegestützpunkt Lüneburg, KV Lüneburg, Alzheimer-Gesellschaft Lüneburg, Gesundheitsholding Lüneburg
Laufzeit: Mai 2016 – April 2018

Download: Pressemeldung Landeszeitung 17.1.2017

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