19. OWL Forum der Gesundheitswirtschaft – Die Zukunft der Pflegearbeit

Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, beim 19. OWL Forum Gesundheitswirtschaft. (Foto: Thorsten Doerk)

Pflegekräfte werden zum Engpassfaktor für Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste. Bessere Bezahlung und mehr Wertschätzung können helfen. Gefordert sind aber auch attraktivere Arbeitsbedingungen und innovative Arbeitsmodelle. Über diese Themen diskutierten die über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim 19. OWL Forum Gesundheitswirtschaft am 14. November in der Stadthalle Bielefeld. Die Vorträge der Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Pflege zeigten konkrete Beispiele für neue Versorgungsmodelle und digitale Lösungen im Pflegealltag. Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, erläuterte seinen 5-Punkte-Plan „Mehr PflegeKRAFT“. „Ohne eine Stärkung der Ausbildung in der Pflege wird sich der Fachkräftemangel nicht eindämmen lassen. OWL hat sehr viele interessante Menschen. Wir haben gute Pflegekräfte, die nicht mehr im Beruf sind. Wir müssen weiterqualifizieren.“, so Westerfellhaus.

Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten über die Zukunft der Pflegearbeit. (Foto: Thorsten Doerk)

Im Podiumsgespräch bestärkte Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong, ZIG-Vorstand und Vorstandsmitglied der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, den Ansatz, dass man in der Region noch mehr ausbilden müsse und ergänzte: „Es gibt viele Menschen, die Lust haben auf eine Pflegeausbildung.“ Aber auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie solle verbessert werden. Einig waren sich die Experten der Podiumsdiskussion darin, dass Technik in der Pflege helfen kann, die Arbeitsbelastung zu mindern und die Pflegenden zu entlasten. Technische Assistenzsysteme seien zum Beispiel in der Einrichtung Breipohls Hof in der Anwendung und tragen dort dazu bei, die Pflegequalität zu verbessern.

In sechs Themen-Workshops ging es um innovative Versorgungsmodelle und Nachbarschafts-Konzepte aus den Niederlanden, um erste Erfahrungen mit dem Einsatz von Robotern in der Altenhilfe, um virtuelles Lernen in der Fort- und Weiterbildung oder um zukunftsweisende Ideen der Arbeitsgestaltung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten den Care-Roboter „Pepper“ kennen lernen oder die Quiz-App „Supernurse“ ausprobieren und ihr Wissen damit spielend testen.