Innovationsfonds des G-BA: OWL ist an drei geförderten Projekten beteiligt

Der Innovationsausschuss des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) hat die geförderten Projekte zu neuen Versorgungsformen und zur Versorgungsforschung veröffentlicht. Die Projekte beziehen sich auf die Bekanntmachung vom 16. Mai 2016 und werden mit Mitteln des Innovationsfonds finanziell unterstützt. U.a. die Universität Bielefeld und die Fachhochschule Bielefeld sowie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zählen zu den Konsortialpartnern und Antragstellern. Die Themen:

  • Sektorübergreifend organisierte Versorgung komplexer chronischer Erkrankungen: Schlaganfall-Lotsen in Ostwestfalen-Lippe (Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, IKK classic, OFFIS e. V., Universität Bielefeld, Techniker Krankenkasse)
  • Medikamentenmanagement und Gesundheitsvorsorge bei Menschen mit geistiger Behinderung (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Evangelisches Krankenhaus Alsterdorf gGmbH, Fachhochschule Bielefeld, Deutsches Krankenhausinstitut e. V.)
  • Transsektorales Interventionsprogramm zur Verbesserung der geriatrischen Versorgung in Regensburg (Barmherzige Brüder Krankenhaus GmbH, Universität Bielefeld, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, AOK Bayern, Regensburger Ärztenetz e. V., Bundesverband Geriatrie e. V.)

Download: Geförderte Projekte aus der Förderbekanntmachung v. 11.05.2016
Link: Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
Download: Pressemitteilung der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Paderborn in der Endrunde des Wettbewerbs “digitale Stadt”

Paderborn erreicht als eine von fünf Städten das Finale des Wettbewerbs „Digitale Stadt“

Darmstadt, Heidelberg, Kaiserslautern, Paderborn und Wolfsburg stehen in der Endrunde des Wettbewerbs „Digitale Stadt“ des Digitalverbands Bitkom und des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB). Insgesamt hatten sich 14 Städte mit 86.000 bis 156.000 Einwohnern aus dem gesamten Bundesgebiet beworben.

„Aus einem sehr starken Teilnehmerfeld konnten sich fünf Städte mit ihrer Bewerbung durchsetzen“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Alle Bewerber haben sehr gut durchdachte und überzeugende Konzepte vorgelegt. Jedes dieser Konzepte ist preiswürdig, die Jury hatte eine schwierige Entscheidung zu treffen.“ Mitglieder der Jury sind neben Bitkom Vertreter von Hewlett Packard Enterprise, SAP, Software AG, Telekom und Vodafone. Der DStGB hat die Jury aus kommunalfachlicher Perspektive beraten. „Die erste Phase des Wettbewerbs Digitale Stadt hat eindrucksvoll gezeigt, über welches immense Potenzial an Kreativität und Ideen die Kommunen in Deutschland verfügen“, sagt DStGB-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerd Landsberg, der ausnahmslos allen Bewerbungen eine sehr hohe Qualität bescheinigt. „Besonders beeindruckend ist die herausragende Unterstützung der örtlichen Bevölkerung, Unternehmen, Institutionen und Vereine in den Wettbewerbsstädten. Das zeigt, dass die Potenziale der Digitalisierung erkannt werden.“ Der Wettbewerb habe bereits viel Schwung in die Digitalisierung auf kommunaler Ebene gebracht. Landsberg: „Wir freuen uns auf die Endrunde mit den ausgewählten Städten und sind gespannt, wer sich durchsetzen wird.“

(Quelle: bitkom, 3. April 2017), Link: Vollständige Pressemitteilung der Bitkom

InGeTec optimiert Hilfsmittel für Ältere und Pflegebedürftige

InGeTec – Individualisierung in Gesundheit und Technik: Gemeinsames Projekt der Ingenieure und Gesundheitswissenschaftlerinnen der Fachhochschule Bielefeld

Im Förderwettbewerb „FH Struktur“ des Landes für die NRW-Fachhochschulen war die FH Bielefeld erfolgreich mit der Projektidee „Individualisierung in Gesundheit und Technik“ (InGeTec). Professoren der FH Bielefeld aus dem Fachbereich ‚Ingenieurwissenschaften und Mathematik‘ (Prof. Dr. Magnus Horstmann, Prof. Dr.-Ing. Christoph Jaroschek (Sprecher), Prof. Dr. Rolf Naumann) und Professorinnen aus dem ‚Bereich Pflege und Gesundheit‘ (Prof. i. V. Dr. Renate von der Heyden, Prof. Dr. Annette Nauerth und Prof. Dr. Patrizia Raschper) wollen mit InGeTec dazu beitragen, dass ältere und pflegebedürftige Menschen länger selbstbestimmt in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung leben können. Es soll ganz speziell um die im Prinzip einfachen Dinge des Alltags gehen, beispielsweise um einen Rollator mit Griffen, der auf die individuellen Besonderheiten einer Hand und der Handkräfte gestaltet wird. Professor Jaroschek: „Es gibt sehr viele ähnlich gelagerte Problemfälle, die erst mit einer fachübergreifenden Arbeitsweise gut gelöst werden können.“

Professor Jaroschek von der FH Bielefeld erfolgreich im Forschungs-Wettbewerb

Professor Dr. Dr.-Ing. Christoph Jaroschek

An der FH Bielefeld arbeiten in diesem Projekt Forscherinnen aus dem Bereich ‚Bereich Pflege und Gesundheit‘ und Maschinenbau-Ingenieure zusammen: die einen kennen die Sorgen und Bedürfnisse der Älteren und Pflegebedürftigen, haben aber keine Möglichkeit zur Lösung technischer Probleme, die anderen „sind dankbar für die sehr interessanten Fragestellungen, denn hier geht es nicht nur um die Entwicklung besserer Produkte, sondern auch um die Möglichkeit, diese in kleinsten Stückzahlen mit sehr geringen Kosten herzustellen“, so Jaroschek.

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Vom Modellprojekt zum innovativen Versorgungsangebot

Die Brückenbauer aus Ostwestfalen

Klinikum Lippe und Ärztenetz Lippe gründen gemeinsam eine Versorgungsgesellschaft, um die Sektorengrenzen zu überwinden

Die im deutschen Gesundheitswesen nach wie vor strikte Trennung von ambulantem und stationärem medizinischen Sektor ist schon lange als mögliche Ursache für Über-, Unter oder Fehlversorgung identifiziert. Im Schatten der regelmäßig aufkeimenden Systemdebatte etablieren sich allerdings immer mehr „kleine Lösungen“, die auf lokaler oder regionaler Ebene versuchen, durch neue  Konzepte Versorgungsbrüche zu vermeiden. Auch im Kreis Lippe haben sich nun Partner aus beiden Sektoren zusammengefunden, um den Patienten den Übergang zwischen Krankenhaus und  ambulanter Medizin zu erleichtern. Ein Beispiel, das Schule machen könnte.

Zunächst zielte das Angebot des Klinikums Lippe und des Ärztenetzes Lippe auf geriatrische Patienten, deren Informations- und Betreuungsbedarf bei Übertritt der Sektorengrenzen besonders groß ist. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, entwickelten die beiden Einrichtungen von 2010 bis 2014 in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL (ZIG) das Förderprojekt „Regionales Versorgungskonzept Geriatrie“. Das Projekt sei von Klinikärzten, niedergelassenen Medizinern und Patienten so gut angenommen worden, dass Ärztenetz und Klinikum nach dem Auslaufen der Förderung im Jahr 2014 beschlossen, das Projekt gemeinsam fortzusetzen und sogar auszuweiten. Inzwischen steht das Fallmanagement auch chronisch Kranken mit komplexen Versorgungsverläufen zur Verfügung. (Quelle: kvwl kompakt 3/2015, S. 14-15)

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Regionalrat stärkt OWL als Gesundheitsregion

Beschluss: Lokale Gesundheitszentren und Versorgungsprojekte werden ausgebaut

Detmold. Der Regionalrat will OWL als Gesundheitsregion stärken und insbesondere die Versorgungsstrukturen sowie die Beschäftigungssituation und die wirtschaftliche Entwicklung verbessern. Einstimmig haben die Mitglieder deshalb gestern dafür gestimmt, eine Allianz für Gesundheit in OWL auf den Weg zu bringen. “Als Ausgangspunkt für einen aktiven Dialog zur Zukunft der Gesundheitsversorgung”, erklärt der Vorsitzende des Regionalrats, Reinold Stücke (CDU).

Im September 2015 hatte der Regionalrat die Neugründung der Unterkommission “Gesundheitsregion OWL” beschlossen und damit beauftragt, die Gesundheitsversorgung in der Region zu analysieren und Vorschläge zur Verbesserung zu erarbeiten. “Aufgrund des wachsenden Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung und der Zunahme chronischer Erkrankungen muss sich die Gesundheitsversorgung auf neue Bedarfe einstellen”, sagt Stücke.

Die Kommission habe sich deshalb auf die Weiterentwicklung der Schlaganfall- und geriatrischen Versorgung und dem Ausbau von lokalen Gesundheitszentren konzentriert. “Wir wollen erfolgreiche Modellprojekte stärken und auf die gesamte Region ausweiten”, erklärt Stücke. Wie zum Beispiel das Projekt Schlaganfall-Lotse der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Gütersloh. Zwischen 2013 und 2015 haben Lotsen der Stiftung 300 Patienten mit dem Ziel unterstützt, die Lebensqualität zu verbessern und das Risiko eines wiederkehrenden Schlaganfalls zu senken. Die Versorgung in den Bereichen Akutversorgung, Rehabilitation und Nachsorge läuft dabei aus einer Hand.

Um die Ergebnisse des Beschlusses an möglichst viele Multiplikatoren heranzutragen, bereitet die Kommission derzeit Impulsveranstaltungen für Ende des Jahres vor, erklärt Stücke.

Quelle: Neue Westfälische/Lippische Landeszeitung, 28. März 2017, von Carolin Nieder-Entgelmeier

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Neuer Studiengang für Medizin- und Gesundheitstechnologie

Personalisierte Wirkstoffe in Medikamenten oder künstliche Intelligenz im Patientenmanagement – an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe können Studierende ab September die zukünftigen Technologien der Medizin- und Gesundheitsbranche mitgestalten. Im Wintersemester startet der in OWL einzigartige Studiengang „Medizin- und Gesundheitstechnologie“. Bewerbungen sind ab Mitte April möglich.

„Mit dem neuen Studiengang können Absolventinnen und Absolventen in einem wichtigen Segment der Medizintechnologie tätig werden und die Gesundheitsbranche aktiv mitgestalten“, sagt Professor Volker Lohweg vom Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL, der den Studiengang „Medizin- und Gesundheitstechnologie“ gemeinsam mit seinem Kollegen Professor Gerd Kutz, Professur für Pharmazeutische Technologie und Technologie der Kosmetika und Waschmittel, ins Leben gerufen hat. Weiterlesen

Klinikum Lippe und Ärztenetz Lippe gründen bundesweit einmalige Case-Management-Gesellschaft

Im Dezember 2016 gründeten das Klinikum Lippe und das Ärztenetz Lippe 2016 die bundesweit erste und einmalige Case-Management-Gesellschaft zur Unterstützung von älteren und chronisch erkrankten Menschen.

Ziel ist es, mit einer Kümmerer-Struktur den gesamten Versorgungsprozess älterer und chronisch kranker Menschen im häuslichen Bereich zu unterstützen. Besonders wichtig ist der Übergang von einer stationären Behandlung in die eigene Wohnung, strukturell geprägt durch Versorgungsbrüche und wechselnde Zuständigkeiten. Ältere, gesundheitlich eingeschränkte Menschen sind häufig mit der Organisation des Haushaltes, der Pflege und dem bürokratischen Aufwand, verursacht durch Abrechnungen, Anträge etc. überfordert und benötigen Unterstützung „aus einer Hand“. Ziel ist es, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und Patientinnen und Patiente möglichst viel Selbständigkeit im gewohnten Umfeld zu erhalten. Davon profitieren am Ende Patienten, Angehörige, Ärzte und Leistungsträger.

Die Gründung der Management Gesellschaft geht auf ein Förderprojekt (EFRE NRW) aus den Jahren 2010-2014 zurück. In diesem Zeitraum erprobten das Klinikum Lippe und das Ärztenetz Lippe gemeinsam mit dem ZIG die Einführung von Gesundheitslotsinnen. Im genannten Zeitraum wurden von 4 zusatzqualifizierten Krankenschwestern des Klinikums ca. 950 Menschen unterstützt. Alle Beteiligten und auch die Krankenkassen waren vom Nutzen des Projektes überzeugt, so dass zum Jahresende 2016 die Überführung in die eigenständige RVL – Regionales Versorgungskonzept Lippe – GmbH erfolgte.

Die Kümmerer-Struktur im Kreis Lippe steht nun auf einer soliden Basis. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und zunehmender Pflegebedürftigkeit der Bevölkerung sollte das Projekt bundesweit Schule machen.

Pressemeldung Lippische Landeszeitung 18.1.2017

Lüneburger Alterslotsinnen – “Kümmerer am Küchentisch”

Seit Mitte 2016 sind im Landkreis Lüneburg die „Lüneburger Alterslotsinnen“ unterwegs. Das Projekt baut unter anderem auf den Erfahrungen aus dem „Regionalen Versorgungskonzept Geriatrie“ aus dem Kreis Lippe auf und wird vom ZIG wissenschaftlich begleitet.

Ziel ist es, ältere Menschen mit zunehmendem Pflege- und Versorgungsbedarf in der häuslichen Umgebung optimal zu versorgen – mit Gesundheits- und mit hauswirtschaftlichen Leistungen. Damit sollen Pflegebedürftigkeit vermieden und die ambulante Versorgung von älteren Menschen im häuslichen Umfeld gestützt werden. „Kümmerer am Küchentisch“ helfen als kompetente und vertrauensvolle Partner bei der Lebensführung eingeschränkter Personen. Derzeit betreuen drei Fachkräfte etwa 70 Menschen im Landkreis. Die Leistungen reichen von der Planung und Gestaltung  des Alltags bis hin zur Koordination und/oder Durchführung von Pflegeleistungen sowie der Unterstützung bei Anträgen z. B. auf Einstufung in einen Pflegegrad. Im Mittelpunkt stehen die Mitbestimmung der PatientInnen und der engmaschige Austausch mit den Hausärzten. Profitieren können davon alle: Pflegebedürftige Menschen werden unterstützt, möglichst lange mit dem nötigen, aber möglichst geringen Aufwand in ihrer Wohnung zu leben. Ärzte und Sozialdienste werden entlastet, wovon am Ende auch die Krankenkassen profitieren.

Kooperationspartner: Landkreis Lüneburg, Hausärzte, Pflegedienste, stationäre Pflegeeinrichtungen, Senioren- und Pflegestützpunkt Lüneburg, KV Lüneburg, Alzheimer-Gesellschaft Lüneburg, Gesundheitsholding Lüneburg
Laufzeit: Mai 2016 – April 2018

Download: Pressemeldung Landeszeitung 17.1.2017